Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 24.02.2010 ---

„Wasser - vermarktet und verkauft“

Titelseite der Zeitschrift

Die Februar-Ausgabe 2010 der Zeitschrift „Partnerschaft“ der Schweizer Entwicklungsorganisation HELVETAS hat den Themenschwerpunkt Wasser. In einem einleitenden Beitrag unter dem Titel „Nach dem Wasserkrieg“ von Richard Bauer geht es um Lösungsmöglichkeiten der Wasserprobleme Lateinamerikas, nachdem sich die Politik der Liberalisierung und Privatisierung als Fehlschlag erwiesen hat. Ein Hauptkonfliktpunkt ist jetzt die Frage, ob und wie viel die Bewohner für Leitungswasser zahlen wollen und können.

Am Beispiel des Ortes Chai in Mosambik zeigt António Vasco, dass lokale Wasserversorgungsvorhaben, die von der Bevölkerung selbst getragen und betrieben werden, ein wichtiger Schritt zur Lösung der Wasserprobleme darstellen können. Ein gewähltes Wasserkomitee kontrolliert die Arbeit des Managers und trifft Finanzentscheidungen:

Das Komitee legt fest, dass bedürftige Einwohner ihr Wasser gratis erhalten. Und es bestimmt den Wassertarif mit, denn er soll den Möglichkeiten der Bevölkerung angemessen sein. Da die meisten in der Gemeinde etwas Geld haben, um einen moderaten Wassertarif zu zahlen, scheint die Lösung allen ideal.

Unter dem Titel „Flüssige Investitionen“ stellt Frank Kürschner-Pelkmann dar, welche Anlegekonzepte Fonds haben, die sich auf den Bereich Wasser spezialisiert haben. Lassen sich gute Gewinne mit einer Geldanlage in ökologisch und sozial vorbildliche Unternehmen im Wassersektor kombinieren? Das Ergebnis ist ernüchternd, denn die Fonds erwerben u.a. Anteile von Unternehmen, die sich an der Privatisierung der Wasserversorgung im Süden der Welt beteiligen:

Unter den mehr als einem halben Dutzend geprüften Wasserfonds im deutschsprachigen Raum ist kein einziger, der nicht Anteile umstrittener Unternehmen enthält. Dazu gehören auch Konzerne, die an fragwürdigen Staudammprojekten oder an der aggressiven Vermarktung von Flaschenwasser in armen Ländern beteiligt sind.

Um Flaschenwasser geht es in dem abschließenden Interview von Susanne Strässle mit dem brasilianischen Bürgerrechtsaktivisten Franklin Frederick. Er äußert in dem Interview unter anderem:

Das Geld, das für Flaschen ausgeben wird, sollte in die öffentliche Versorgung fliessen. Flaschenwasser ist nicht die Lösung für arme Länder. Die arme Bevölkerung kann das unmöglich bezahlen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von HELVETAS. Hier können Sie auch das Heft als PDF-Datei herunterladen.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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