Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 25.02.2013 ---

Weltwassertag 2013: „Wasser und Zusammenarbeit“

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Der diesjährige Weltwassertag hat das Thema „Wasser und Zusammenarbeit“. Damit wird die Thematik des „Internationalen Jahres der Wasserkooperation 2013“ aufgenommen, das von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde. Der Weltwassertag wird seit 1993 jährlich am 22. März begangen. Jedes Jahr hat eine andere UN-Organisation die Hauptverantwortung für die Gestaltung des Weltwassertages. In diesem Jahr ist es die UNESCO, die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Der diesjährige Weltwassertag kann auch die Aufmerksamkeit noch einmal auf die nur wenig beachtete Internationale Dekade „Water for Life“ von 2005 bis 2015 lenken.

Angesichts der zunehmenden Wasserknappheit in vielen Regionen der Welt drohen vermehrt innerhalb und zwischen Staaten Konflikte um das kostbare Nass. Bereits in der Vergangenheit gab es zum Beispiel im Norden Kenias gewaltsam ausgetragene Auseinandersetzungen zwischen Ackerbauern- und Hirtenfamilien um den Zugang zu Land und Wasser. Auch um das Wasser der weltweit mehr als 250 grenzüberschreitenden Flüsse wird zum Teil erbittert gestritten. Allein der Nil und seine Zuflüsse durchqueren zehn Länder im östlichen und nördlichen Afrika. Fast alle diese Länder leiden unter Wasserknappheit und sind auf das Flusswasser angewiesen, Ägypten sogar zu mehr als 90 Prozent seines Wasserverbrauchs.

Zwischen Kooperation und Konfrontation

Um so erfreulicher ist, dass es innerhalb von Gesellschaften und zwischen Ländern zahlreiche Beispiele dafür gibt, wie Wasser einvernehmlich genutzt werden kann. Zum diesjährigen Weltwassertag werden erfolgreiche Beispiele der Zusammenarbeit vorgestellt. Die Vereinten Nationen und verschiedene UN-Programme und -Organisationen haben eine wichtige Rolle bei der Förderung einer solchen Wasserzusammenarbeit. Auch die deutsche Entwicklungspolitik hat internationale Vereinbarungen und nationale Friedensprozesse gefördert, die Wasser zur Grundlage der Kooperation und nicht der Konfrontation gemacht haben.

Es ist allerdings zu befürchten, dass sich bei einer verschärften Wasserknappheit (u.a. aufgrund des globalen Klimawandels) Konflikte wieder verschärfen und in manchen Fällen gewaltsam ausgetragen werden, wenn einzelne Menschen und ganze Gesellschaften den Wassermangel als existenzbedrohend erleben. Auch besteht die Tendenz, innerstaatliche und zwischenstaatliche Konflikte durch eine Übernutzung der Wasserressourcen zu lösen oder zumindest zu entschärfen. Es wird also von allen Konfliktbeteiligten zusammen weit mehr Wasser genutzt, als längerfristig zur Verfügung steht. Erste Opfer einer solchen Übernutzung ist meist die Pflanzen- und Tierwelt. Sie hat bei den Verhandlungen keine starke Lobby, und so wird von den Menschen so viel Wasser verteilt und genutzt, dass Feuchtgebiete austrocknen und Flüsse kaum noch Wasser führen. „Wasser und Zusammenarbeit“ muss also die Zusammenarbeit mit der Natur einbeziehen und sie nicht lediglich als Objekt der Ausbeutung verstehen.

Gegen eine Privatisierung des Wassers

Der Weltwassertag soll die breite Öffentlichkeit und die Politik für die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage der Menschheit sensibilisieren. Wenn von Wasserzusammenarbeit gesprochen wird, könnte allerdings das Missverständnis entstehen, es gehe auch um eine Beteiligung von Privatunternehmen an der öffentlichen Wasserversorgung. Diese Form der Zusammenarbeit stößt aber aus guten Gründen weltweit auf Widerstand.

Ein aktuelles Beispiel für diesen Widerstand ist die europaweite Initiative „right2water“ zum Thema „Wasser und sanitäre Grundversorgung sind ein Menschenrecht“. Gegen eine drohende Liberalisierung und Privatisierung der Wasserversorgung in Europa auf Initiative der EU-Kommission wurden mittlerweile mehr als eine Million Unterschriften gesammelt. Diese EU-Bürgerinnen und -Bürger haben das gemeinsame Ziel: „Wir fordern die Europäische Kommission zur Vorlage eines Gesetzesvorschlags auf, der das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung entsprechend der Resolution der Vereinten Nationen durchsetzt und eine funktionierende Wasser- und Abwasserwirtschaft als existenzsichernde öffentliche Dienstleistung für alle Menschen fördert.“

Informationsangebote im Internet

Zum „Internationalen Jahr der Wasserkooperation 2013“ gibt es auf Deutsch ein Informationsangebot der Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen.

Informationen auf Englisch finden Sie auf der offiziellen UN-Website zum Internationalen Jahr.

Eine Übersicht über Aktivitäten in verschiedenen deutschen Kommunen zum Weltwassertag sind vom „Deutschen Wasser Serviceportal“ zusammengestellt worden.

Links zu weiteren Websites zum Weltwassertag 2013 in Deutschland:
ARTE TV
Bundesumweltministerium
Deutsche UNESCO-Kommission
Deutsches Wasser Serviceportal, tag-des-wassers.com
Weltwassertag

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