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aktuelles --- 30.08.2005 ---

Hamburg: Wasserwerke und Stadtentwässerung vereint

Dass die Hamburger Wasserwerke und die Hamburger Stadtentwässerung fusionieren sollen, war schon länger ein Gerücht in der Stadt. In einer Senats-Pressemeldung vom 23.8.2005 wurde mitgeteilt, dass beide ab 1. Januar 2006 den Gleichordnungskonzern „Hamburger Wasser“ bilden sollen. Der zuständige Senator Dr. Michael Freytag wird in der Pressemeldung so zitiert: „Der Senat bekennt sich zu seinen erfolgreichen öffentlichen Unternehmen: 'Hamburg Wasser’ bleibt zu 100% im Eigentum der Stadt. Mit diesem Zusammenschluss entsteht in Hamburg das größte städtische Wassser- und Abwasserunternehmen Deutschlands. Unsere Stadt wird zum Kompetenzzentrum für Ver- und Entsorgung ausgebaut. Dies sichert den Wirtschaftsstandort Hamburg und stärkt damit dauerhaft die Wachsende Stadt.“

Die Rechtskonstruktion eines „Gleichstellungskonzerns“ wurde gewählt, um einerseits eine enge Zusammenarbeit der beiden Betriebsbereiche zu erreichen, andererseits aber steuerliche Nachteile zu vermeiden, die nicht zu vermeiden wären, wenn Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung in einem Unternehmen vereint sind. „Hamburg Wasser“ wird etwa 2.500 Beschäftigte haben, Kündigungen sind nicht vorgesehen, aber durch die Fusion werden bisherige Arbeitsplätze entfallen. Der Senat hofft, die nicht mehr benötigten Beschäftigten für neue Aufgaben einsetzen zu können. Gedacht ist auch an einen Verkauf des Know-hows des Konzerns an andere Wasserbetriebe in Norddeutschland sowie in den baltischen Staaten, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Fernost.

Die Bürgerinitiative „Unser Wasser Hamburg“, die in den letzten Jahren eine Privatisierung der Hamburger Wasserversorgung durch ein Volksbegehren verhindert hat, äußerte sich ablehnend gegenüber dem Vorhaben. Der Sprecher der Initiative Joachim Schöfer erklärte: „Die Überschneidungen zwischen den Arbeitsbereichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sind gering. Wenn nicht nur das Management, sondern auch sensiblere Umweltbereiche zusammengeführt und qualifizierte Mitarbeiter entlassen werden, geht das zu Lasten von Qualität und Versorgungssicherheit. Versorgungsleitungen können nicht wie Abwasserrohre behandelt werden.“ In der Presse wurde er außerdem mit der Befürchtung zitiert: „Um Kosten einzusparen, könnten Randbereiche wie Laborarbeiten oder der Fuhrpark ausquartiert werden.“

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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