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aktuelles --- 17.09.2005 ---

Nigerias Frauen wollen in den Medien mitreden

In Nigeria kommen Frauen nur selten in den Medien zu Wort und können noch seltener die Programme verantwortlich mitgestalten. Zu diesem Ergebnis ist die nigerianische Medienwissenschaftlerin Kate Azuka Omenugha in einem ausführlichen Beitrag für die Ausgabe 3/2005 der Zeitschrift „Media Development“ gekommen, die von der Weltvereinigung für Christliche Kommunikation (WACC) herausgegeben wird. Zum gesellschaftlichen Rahmen der Ausgrenzung von Frauen in den Medien stellt die Autorin fest: „In einem Land wie Nigeria tragen Kultur und Religion dazu bei, dass Frauen in den Ketten der Armut gefangen bleiben, zum Schweigen gebracht und ausgeschlossen werden, mit dem Ergebnis, dass sich Männer den Löwenanteil der Ressourcen aneignen.“

Die Autorin diagnostiziert zur Marginalisierung von Frauen in den Medien: „Diese Kultur des Schweigens muss in Nigeria zum Thema gemacht werden, weil Armut und ihre Begleiterscheinungen allmählich aus der Berichterstattung der Medien verschwinden und ersetzt werden durch Geschichten über die Reichen und Menschen, die im Überfluss leben, ebenso über hohe Regierungsmitglieder, Regierungschefs und ihre Verwandten.“

Auch beim Zugang zu Medien sind Frauen stark benachteiligt: „Die schwache Position der Frauen in den Familien hat auch zur Folge, dass die Männer das Radio unter ihrer Kontrolle haben, wenn es – was häufig der Fall ist – das einzig verfügbare Medium ist. Beim Fernsehen hat Esans ethnografische Studie zu den Sehgewohnheiten nigerianischer Frauen ergeben, dass auch dort eine Hackordnung besteht, bei der die Frauen ganz unten auf der Leiter stehen. Männer, gefolgt von Kindern, haben die Priorität, wenn es darum geht, zu entscheiden, welches Programm gesehen wird.“

Es haben sich viele Frauengruppen in Nigeria gebildet, und eines ihrer Hauptanliegen besteht darin, Medien zu kritisieren, die den Frauen schaden: „Die Frauengruppen bestehen auf einer grundlegenden Transformation der Gender-Beziehungen in der nigerianischen Gesellschaft. Um dies zu erreichen, setzten sie in Kampagnen eine Vielzahl von Medien ein, führen Bildungsprogramme durch, betreiben Lobbyarbeit und stellen kritische Fragen zur Mitwirkung von Frauen in der nigerianischen Gesellschaft.“

Den vollständigen Beitrag finden Sie auf Deutsch unter:
http://www.wacc.org.uk/de/


(Frank Kürschner-Pelkmann)

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