zur Startseite Frank Kürschner-Pelkmann

Kontakt und Impressum 


aktuelles --- 13.10.2005 ---

Werbekampagne des Wasser-Konzerns Suez

Der französische Suez-Konzern, der zu den „global players“ in den Bereichen Energie, Wasser und Entsorgung gehört, versucht sein Image durch eine europaweite Anzeigen- und Fernsehspot-Kampagne aufzubessern. Seit dem 9. Oktober 2005 erscheinen in 60 europäischen Zeitungen und Zeitschriften Suez-Anzeigen. In einer großformatigen Anzeige in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 11. Oktober lautete die Schlagzeile: „Weil sie wesentlich sind für unser Leben, stellt Ihnen SUEZ Energie, Wasser und Entsorgungsdienstleistungen zur Verfügung“. Weiter heißt es: „Strom und Gas liefern, energienahe Dienstleistungen erbringen, mit Wasser versorgen, Abfall aufbereiten: all dies erfordert grundlegendes Wissen für ein Leben in einer verantwortungsbewussten Gesellschaft.“ In der Anzeige wird der Anspruch erhoben, „nachhaltige und innovative Lösungen“ zu ermöglichen.

Ähnliche Botschaften werden auch in Werbespots in 20 europäischen Fernsehkanälen verbreitet. Wozu der Aufwand? Suez steht im privaten Wasserbereich in harter Konkurrenz zu dem französischen Mitbewerber Veolia, dem deutschen RWE-Konzern und einigen weiteren international agierenden Konzernen, darunter privatisierte englische Unternehmen wie Biwater. Nachdem diese Wasserkonzerne die Illusion verloren haben, im Süden der Welt große Geschäfte mit privatisierten Wasserbetrieben machen zu können, konzentriert sich ihr Konkurrenzkampf noch stärker auf Europa und Nordamerika. Für Suez wirkt sich dabei negativ aus, dass das eigene Image durch fehlgeschlagene Privatisierungsengagements in Buenos Aires und Manila gelitten hat (vgl. u. a. Meldung vom 14.9.05).

Auch in Städten wie Jakarta hat der Konzern, haben aber vor allem die Verbraucherinnen und Verbraucher alle Illusionen über die Leistungen privater Akteure in einem Kontext von Armut und geringer Kaufkraft verloren. Nach dem fehlgeschlagenen Versuch der „Vermarktung“ des Trinkwassers in armen Ländern gilt es für Suez jetzt, ein positives Image und Marktanteile in Europa zu gewinnen. In Deutschland ist Suez vor allem mit der Tochtergesellschaft Eurawasser im Bereich der privatisierten Trinkwasserversorgung tätig. Hier ist in Fachkreisen und unter den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern das Desaster der Übernahme der Wasserversorgung der Großstadt Potsdam unvergessen. 1998 konnte Eurawasser gegen die Konkurrenz anderer privater Wasserunternehmen 49 Prozent der Anteile des bis dahin kommunalen Versorgungsbetriebes übernehmen. Als Eurawasser die Wasserpreise drastisch erhöhte und weitere Preissteigerungen ankündigte, war der Unmut in Potsdam so groß, dass die Stadt den Vertrag bereits 2000 kündigte. Seither haben es Vertreter des Suez-Tochterunternehmens schwerer, überzeugend zu argumentieren, wie herausragend die Leistungen des privaten Wasserbetreibers und wie günstig ein Vertrag für alle Beteiligten seien. Nicht „weil sie wesentlich sind für unser Leben“ stellt Suez Wasser und Energie zur Verfügung, sondern weil man davon hohe Gewinne erwartet, ist die Erkenntnis aus der Privatisierung von Wasserwerken in Deutschland. Informationen zur Suez-Werbeaktion unter www.suez.com.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

nach oben
Aktuelle Nachrichten aktuelles-Archiv
Aktuelle Meldungen

wasser-und-mehr.de, Copyright © 2006-2010 Kürschner-Pelkmann