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aktuelles --- 26.01.2006 ---

Wüsten-Dossier erschienen

titel_Entwicklungspolitik

In der Ausgabe 1-2/2006 der Zeitschrift eins - Entwicklungspolitik Information Nord-Süd ist ein Dossier zum Internationalen Jahr der Wüsten und Wüstenbildung erschienen. Das 16seitige Dossier gibt einen Einblick in das Leben in der Wüste, die drohende weitere Ausbreitung der Wüsten und die Konzepte zur Verhinderung der Desertifikation.

In einem einführenden Beitrag erläutert Frank Kürschner-Pelkmann:

„Gegenwärtig ist eine paradox erscheinende Entwicklung zu beobachten. Die Wüstengebiete der Welt dehnen sich aus und gleichzeitig ist das Ökosystem Wüste bedroht.“

In dem Beitrag wird erläutert, dass Wüsten keineswegs öd und leer sind, sondern zahlreiche Pflanzen und Tiere sich den extremen Bedingungen von extrem heißen, aber nachts auch extrem kalten Temperaturen sowie großer Trockenheit mit gelegentlichen Regenschauern angepasst haben. Dieses Ökosystem wird durch globale Klimaveränderungen bedroht. Gleichzeitig "verwüsten" immer größere Trockengebiete. Nachdem hier die Vegetation zerstört ist, entsteht tatsächlich Ödland, denn die wüstentypischen Pflanzen fehlen. Dieser Prozess hat gravierende Auswirkungen auf die Entwicklungschancen der Länder in der westafrikanischen Sahelzone und anderen Savannengebieten. Der Autor des Beitrags kommt deshalb zum Ergebnis:

„Es wird nur möglich sein, die UN-Millenniumsziele wie die Halbierung der Zahl der Armen zu erreichen, wenn die Probleme der Wüstenbildung nicht gelöst werden.“

In dem Dossier erläutert Hama Arba Diallo, der Generalsekretär des UN-Sekretariats der UN Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation, dass Wüsten und Trockengebiete seit vielen tausend Jahren große Kulturen und expandierende Ökonomien hervorgebracht haben. Heute leben in den Trockengebieten etwa zwei Milliarden Menschen, viele davon in Großstädten wie Johannesburg und Los Angeles. Zu den Zielen des Internationalen Jahres schreibt Hama Arba Diallo in seinem Beitrag:

„Während des ganzen Internationalen Jahres der Wüsten und Wüstenbildung sollen die potenziellen Bedrohungen durch die Desertifikation als ein Faktor dargestellt werden, der die lange Zeit bestehende Harmonie zwischen Mensch und Umwelt infrage stellt, die soziale wirtschaftliche und kulturelle Basis der betroffenen Länder und Gesellschaften bedroht und damit auch ihr wertvolles kulturelles Erbe für die ganze Menschheit.“

In einem Interview stellt Dr. Mariam Akhtar-Schuster wichtige Konzepte und Erfahrungen im Kampf gegen die Desertifikation dar. Sie ist am Biozentrum der Universität Hamburg tätig und Vorsitzende des deutschen Netzwerkes "Desert.Net", zu dem sich deutsche Institutionen zusammengeschlossen haben, die sich mit Fragen der Wüsten und der Desertifikation befassen.Wirksame Maßnahmen hängen nach Überzeugung der Wüsten-Expertin davon ab, dass man den Menschen in den Mittelpunkt stellt:

„Er hat die Probleme vor Ort verursacht, indem er bestimmte Anforderungen an seine Umwelt gestellt hat, um dort leben zu können ... Man kann den Menschen nicht sagen: Ihr müsst wieder als Nomaden leben, weil das viel besser dem gesamten System angepasst ist. Wir müssen gemeinsame Systeme mit den Menschen vor Ort entwickeln, die den Bedürfnissen der Menschen entsprechen.“

In dem Interview erläutert Mariam Akhtar-Schuster, dass es durchaus Erfolgsgeschichten für von der lokalen Bevölkerung getragene Konzepte zur Bekämpfung der Ausbreitung der Wüsten gibt. Es komme jetzt darauf an, sie großflächiger umzusetzen. Ganz wichtig sei dabei, die Frauen in diese Vorhaben zu integrieren und ihnen Rechte über die Verwendung ihrer Ressourcen zu geben.

Das Dossier der Zeitschrift "eins - Entwicklungspolitik Information Nord-Süd" enthält außerdem ein Wüsten-ABC mit Informationen zu Themen wie Aralsee, Eukalyptus und Tuarek sowie Literatur- und Filmhinweise zur Thematik Wüste. Das Heft kann bestellt werden bei: eins Enwicklungspolitik Information Nord-Süd.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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