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aktuelles --- 01.02.2006 ---

Totes Meer bald tot?

Totes Meer

Die Oberfläche des Toten Meers ist in den letzten 35 Jahren um ein Drittel geschrumpft. Jedes Jahr sinkt der Wasserspiegel um einen Meter. Deshalb hat die Umweltstiftung Global Nature Fund das Tote Meer zum "Bedrohten See des Jahres 2006" erklärt. Gemeinsam mit der Umweltorganisation Friends of the Earth setzt sich die Umweltstiftung dafür ein, die Wasserentnahme aus dem Jordan zu vermindern, damit wieder mehr Flusswasser ins Tote Meer gelangt.

Dafür wären vor allem Veränderungen in der hoch subventionierten Landwirtschaft der Anrainerstaaten des Jordan erforderlich. Gidon Bromberg von Friends of the Earth - Middle East warnt:

„Wenn der Wasserspiegel in diesem Tempo weitersinkt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass am Ende nur noch ein kleiner See übrig bleibt.“

Das Tote Meer war ursprünglich 80 Kilometer lang und bis zu 18 Kilometer breit, schrumpft aber ständig. Der Seespiegel liegt etwa 417 Meter unter dem Meeresspiegel. Das Binnenmeer ist von den Vereinten Nationen als Weltkulturerbe und Biosphären-Reservat anerkannt. Wegen des Salzgehalts von mehr als 30 Prozent hat das Tote Meer gesundheitsfördernde Eigenschaften, etwa bei Hautkrankheiten. Allerdings trägt die Mineraliengewinnung für Gesundheitszwecke zu Umweltproblemen und vor allem dem weiteren Schrumpfen des Meeres bei. Nach Angaben von Friends of the Earth - Middle East sind 25-30 Prozent der Verdunstungen des Binnenmeeres auf die flachen Verdunstungsteiche zurückzuführen, die der Gewinnung von Tote Meer-Salz und anderen Mineralien dienen.

Skeptisch stehen die Umweltschützer dem geplanten Bau einer 300 Kilometer langen Wasser-Pipeline vom Roten Meer ins Tote Meer gegenüber. Die gewaltige Pumpaktion soll das Tote Meer vor dem Austrocknen bewahren. Allein die erste Phase des Projektes soll 800 Millionen US-Dollar kosten, nach Angaben der Umweltschützer sollen insgesamt fünf Milliarden Dollar verbaut werden.

Das israelisch-jordanische Gemeinschaftsprojekt wird von Umweltschutzorganisationen wie Friends of the Earth kritisiert, vor allem, weil unklar sei, wie sich die Mischung des weit weniger Wassers aus dem Roten Meer mit dem zehnmal salzhaltigeren Wasser des Toten Meers auswirken wird. Es gäbe keine Alternative wird das Sparen des Jordanwassers. Weitere Informationen zur Übernutzung des Jordans sind zu finden im Abschnitt Jordan von Das Wasser-Buch von Frank Kürschner-Pelkmann.

(Frank Kürschner-Pelkmann)


Hinweis: Das Foto zu diesem Beitrag wurde dem Internet-Angebot des Global Nature Fund entnommen.

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