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aktuelles --- 22.02.2006 ---

ÖRK setzt sich für Recht auf Wasser ein

Logo der ÖRK Vollversammlung

Am 21. Januar hat die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) die Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner aufgefordert, sich für den Schutz der weltweiten Wasserressourcen einzusetzen.

Die Vollversammlung, die vom 14.-23. Februar 2006 in Porto Alegre getagt hat, verabschiedete eine Erklärung zum Thema "Wasser für das Leben", in der daran erinnert wird, dass Wasser in der Bibel ein Symbol des Lebens darstellt. Es heißt dann in der Erklärung:

„Es ist deshalb richtig, sich zu Wort zu melden und zu handeln, wenn das Leben schaffende Wasser flächendeckend und systematisch bedroht wird.“

In der Erklärung wird darauf verwiesen, dass 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und dass die Biodiversität durch große Staudämme, große Bergbauvorhaben und Bewässerungsprojekte bedroht ist. Außerdem wird konstatiert, dass Wasser zunehmend als kommerzielles Gut behandelt und zum Gegenstand von Marktbedingungen wird. Die Wasserknappheit entwickelt sich zudem immer stärker zur Ursache von Konflikten.

Lokal und international, stellt der ÖRK fest, gebe es positive und kreative Antworten, die das Profil christlichen Zeugnisses in Wasserfragen erhöhten. Besonders erwähnt wird in diesem Zusammenhang die „Ökumenische Erklärung zum Wasser als Menschenrecht und als öffentliches Gut“, die gemeinsam von Kirchen in der Schweiz und Österreich verabschiedet worden ist. Dies sei „ein ausgezeichnetes Beispiel der ökumenischen Zusammenarbeit“. In der ÖRK-Erklärung wird anschließend die Feststellung des Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus von Konstantinopel aufgenommen, dass das Wasser nie als privates Eigentum behandelt werden und nicht zu einem Mittel zur Durchsetzung privater Interessen gemacht werden dürfe. Es heißt dann in der Erklärung:

„Er unterstreicht, dass eine Indifferenz gegenüber der Lebensnotwendigkeit von Wasser sowohl eine Blasphemie gegenüber Gott dem Schöpfer als auch ein Verbrechen gegen die Menschheit darstellt.“

Die ÖRK-Vollversammlung betont, dass „es lebenswichtig ist, die Bedeutung des Rechts auf Wasser zu fördern und alternative Lebensweisen aufzuzeigen, die mehr Respekt gegenüber ökologischen Prozessen zeigen und längerfristig nachhaltiger sind“. Es sei erforderlich, Bewusstseinsbildung zu betreiben und die erforderlichen Schritte zu unternehmen, um einen exzessiven Wasserverbrauch und die Verschmutzung von Wasser zu verhindern. Auch gelte es, das grundlegende Menschenrecht auf Wasser auf lokaler, nationaler, regionaler und internationaler Ebene zu garantieren und durchzusetzen. Kirchen und ökumenische Organisationen werden ermutigt, sich am "Ecumenical Water Network" zu beteiligen. Regierungen und internationale Entwicklungsorganisationen werden in der Erklärung aufgefordert, in angemessenem Umfang Finanzen und andere Ressourcen für Programme bereitzustellen, die den Zugang zu Trinkwasser und eine angemessene sanitäre Entsorgung sicherstellen sollen. Mit dieser Erklärung nimmt die ÖRK-Vollversammlung zahlreiche Initiativen von Kirchen in aller Welt auf, die sich für das Menschenrecht auf Wasser einsetzen.

Hinweis: Es liegt gegenwärtig noch keine offizielle deutsche Übersetzung der ÖRK-Erklärung vor, die Zitate wurden deshalb von der englischen Fassung der Erklärung übersetzt. Weitere Informationen und ein Link zur Erklärung sind in der englischsprachigen Pressemeldung des ÖRK zu finden.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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