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aktuelles --- 16.03.2006 ---

Shrimps: Verheerende Delikatessen

Sie sind sexy, sie sind gesund, sie sind chic … behauptet die Werbung: tropische Shrimps. Ein Luxus, den sich heute fast jeder leisten kann, und die Billig-Shrimps aus industrieller Züchtung gibt es längst in jedem Supermarkt. Den wirklichen Preis zahlen nicht die Konsumentinnen und Konsumenten in den Industrienationen, sondern die Bevölkerung an den Küsten Asiens, Lateinamerikas und Afrikas.

Um die wachsende Nachfrage nach der rosa Delikatesse zu befriedigen, werden überall an den tropischen Küsten gewaltige Flächen Mangrovenwald abgeholzt und Menschen vertrieben, um Shrimpszuchtbecken anzulegen. Mit den Mangroven verschwindet ein Ökosystem, das nicht nur einen überlebenswichtigen Schutz gegen Flutwellen und tropische Stürme darstellt, sondern auch zu den produktivsten der Erde gehört und die Existenzgrundlage der Küstenbevölkerung bildet.

Verschmutzte Gewässer, vergiftete und versalzene Böden, Erosion und Schwinden der Fisch- und Muschelbestände, von denen die Dorfgemeinschaften der Küste leben, sind nur einige Folgen der intensiven Shrimpszucht. Die betroffene Bevölkerung wird kaum am Gewinn dieser für den Export produzierenden Industrie beteiligt und verliert ihre traditionelle Ernährungs- und Existenzgrundlage.

Verelendung der Dörfer, Vertreibung und Migration sind die Ergebnisse einer wirtschaftlichen Entwicklung, die in den siebziger Jahren als "Blaue Revolution" gelobt wurde und neue Einkommensquellen schaffen sollte. Doch die gravierenden ökologischen Schäden und sozialen Konflikte sprechen eine deutliche Sprache: Um bei uns Shrimps auf den Markt zu bringen, werden in den Erzeugerländern überlebenswichtige Ressourcen zerstört. Es gibt zwar Versuche, Shrimps nach ökologischen Kriterien zu produzieren, doch nachhaltig oder empfehlenswert sind auch diese Produkte bisher nicht, stellen die Menschenrechtsorganisation FIAN und die Umweltschutzorganisation Deepwave fest.

Im Kampf um ihr Überleben haben sich Kleinfischer und Muschelsammlerinnen in vielen der betroffenen Länder zu Basisorganisationen zusammengeschlossen. Damit die Zerstörungen und Menschenrechtsverletzungen durch die Shrimpsindustrie gestoppt und wirkliche Alternativen für die lokale Bevölkerung entwickelt werden können, ist eine breite internationale Unterstützung notwendig - denn trotz der hohen chemischen Belastung vieler Shrimps, hält der Boom der rosa Delikatesse bisher unvermindert an. Deshalb lautet die Forderung von FIAN und Deepwave: Stoppt die Shrimpsindustrie!

Um auf das "moderne Piratentum" der Proteinpiraten aufmerksam zu machen und dagegen zu protestieren, wird im Juli eine Sommersegeltour geplant. In den Informationen der Veranstalter heißt es:

"Wer hat deshalb Lust mit uns ...

  • auf dem wunderschönen Logger "Lovis" auf der Ostsee zu segeln? (keine Segelkenntnisse notwendig)
  • verschiedene Menschenrechts- und Umweltaktivistinnen und -aktivisten kennen zu lernen?
  • mehr über Shrimpsindustrie- und Fabrikfischerei zu erfahren, über ihre fatalen Folgen und den weltweiten Widerstand dagegen?
  • in den angelaufenen Häfen die Sommergäste zu informieren, mit Theater, Freiluftkino und Infoständen?
  • Spaß zu haben?"

Die Sommersegeltour gegen die Proteinpiraten, wird vom 7.- 16. Juli 2006 stattfinden. Abfahrthafen wird voraussichtlich Kappeln sein, der Zielhafen Greifswald.

Die Kosten pro Person werden bei ca. 250 Euro liegen.

Die Tour wird von der "Arbeitsgruppe Shrimps der Menschenrechtsorganisation FIAN" in Kooperation mit der "Umweltschutzorganisation Deepwave e.V." und dem "Trägerverein der Lovis" organisiert.

FIAN arbeitet seit Jahren mit Basisgruppen in Lateinamerika zu dem Thema Shrimpszucht zusammen, Deepwave hat intensive Kontakte nach Südostasien.

Kontakt:
Natalie Berghahn, Tel. 040-6774984
Martina Möller, Tel. 040-6759067

Weitere Informationen im Internet:

FIAN, Deepwave, Lovis

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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