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aktuelles --- 16.05.2006 ---

"von Armut bis Zucker"

„... und jetzt fängt das Leben an! Wir erfüllen Ihren Lebenstraum“. So stand es auf einem großen Plakat, das zufällig über dem Bus der Kampagne "von Armut bis Zucker" in der Kieler Fußgängerzone hing. Der Kontrast könnte nicht größer sein zwischen der "Lebenstraum"-Vermarktungsinitiative von Schleswig-Holstein als Urlaubsregion ("Mein Traum vom Luxus") und der Realität der großen Mehrheit der Menschen im Süden der Welt, wie sie in der Ausstellung "von Armut bis Zucker" dargestellt wird.

Auf 26 Stelen konnten Kielerinnen und Kieler am 13. Mai diese Realität kennen lernen. Die Ausstellung, die die "Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt Landesnetzwerke in Deutschland" (agl) vorbereitet hat, informiert mit knappen Texten sowie Fotos über Themen wie Armut, Fußball, Menschenrechte und Zucker. Die Ausstellung steht im Zentrum der Kampagne "von Armut bis Zucker" und informiert in 26 deutschen Städten jeweils ein bis zwei Tage über Probleme der Einen Welt. Sie soll für ein Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität motivieren. In den einzelnen Städten führt eine große Zahl lokaler Eine Welt Initiativen in Verbindung mit der Ausstellung zahlreiche Veranstaltungen und kreative Aktionen über entwicklungspolitische Themen durch.

„Was mich fasziniert an der Ausstellung, ist das Denken in Zusammenhängen“, betonte agl-Geschäftsführerin Petra Leber bei der Eröffnung der Kampagne in Kiel. Die bundesweite Kampagne "von Armut bis Zucker" biete Informationen, ermögliche es aber auch, Entscheidungen zu treffen, was man selbst tun wolle. Es gibt zu allen 26 Themen der Ausstellung viele Tipps, wie man Einsichten in persönliches Handeln umsetzen kann. Petra Leber ermutigte die Besucherinnen und Besucher der Eröffnungsveranstaltung: „Viele kleine Schritte verändern die Welt, wenn wir sie gemeinsam tun.“

Heidemarie Wieczorek-Zeul, die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, schrieb in einem Grußwort zur Eröffnung der Kampagne in Kiel:

„Als Schirmherrin der Kampagne bin ich überzeugt, dass es gelingen wird, mit dieser Initiative auf interessante und sehr ansprechende Weise das vielfältige entwicklungspolitische Engagement der einzelnen Initiativen und Gruppen in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und sichtbar zu machen ... Ich wünsche der Kampagnentour deshalb, dass sie viele viele Bürgerinnen und Bürger erreicht und so mithelfen kann, die Menschen in Deutschland für entwicklungspolitische Ziele zu interessieren und zu gewinnen, sich selbst mit ihren individuellen Möglichkeiten für eine gerechtere Welt einzusetzen.“

Für die Kampagne wurde ein "Alphabet der besonderen Art" entwickelt. In 26 Städten zwischen Augsburg und Zweibrücken steht jeweils ein entwicklungspolitisches Thema im Mittelpunkt der Veranstaltungen, das mit dem ersten Buchstaben des Städtenamens beginnt. In Kiel war das Schwerpunktthema "Kultur und Konsum". Sabine Haft vom "Bündnis Entwicklungspolitische Initiativen in Schleswig-Holstein" betonte bei der Eröffnung der Kampagne, es komme darauf an, Kultur so zu leben und zu gestalten, dass sie zu einer gerechteren Welt beiträgt. Deshalb gelte es, wegzukommen von einer Kultur des billigsten Preises. Als Beispiel für Alternativen nannte sie die fair gehandelten Blumen, die aus Anlass der Kampagnen-Eröffnung auf dem "Markt der Möglichkeiten" zum Muttertag angeboten wurden. Außerdem wurden auf dem "Markt" weitere fair gehandelte Produkte vom Weltladen Kiel und Kunsthandwerk aus dem Süden der Welt vom Eine Welt-Laden Meldorf verkauft. Dazu gab es Informationsstände von terre des hommes sowie zu Projekten in Afghanistan und Indien. Der "Deutsch-Ghanaische Entwicklungshilfeverein" lud zu einem schmackhaften Essen ein, gekocht mit Solarenergie.

Die Popband "2 Voices" bewegte mit ihrem Musikprogramm viele Passantinnen und Passanten zum Stehenbleiben und Zuhören und zu viel Beifall. Um Kielerinnen und Kieler von der Einkaufszone zur Ausstellung und zum "Markt der Möglichkeiten" auf dem Asmus-Bremer-Platz zu locken, war die Kieler Aktionskünstlerin Gabriele Palms unermüdlich unterwegs. Damit es weltweit "sauber und ordentlich" zugeht, fing sie in der Kieler Innenstadt schon einmal an und sorgte als Putzfrau für Sauberkeit - und lebhafte Gespräche mit Passantinnen und Passanten. Kinder konnten in einer Malwerkstatt mit Pinsel und Tusche das Thema "fairer Handel" darstellen.

Wie die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung und der weiteren Kampagnen-Aktivitäten sich für eine gerechtere Welt einsetzen wollen, können sie in ein großes "Eine Welt Buch" schreiben, das im Rahmen der Kampagne von Stadt zu Stadt mitreist und die Vorschläge und Ideen mitnimmt. In Kiel wurde zum Beispiel in das Buch eingetragen: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass Menschen in Deutschland sich ihrer Eine-Welt-Verantwortung bewusst werden und sich engagieren.“

Die Kampagne "von Armut bis Zucker" wird am 16. Juli in München zu Ende gehen. Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie auf der Website www.von-armut-bis-zucker.de.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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