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aktuelles --- 18.06.2006 ---

Wasserknappheit in Israel

In dreißig Jahren, schätzen Experten, könnte aus dem Salzmeer eine Salzwüste geworden sein. Wo sich das Tote Meer zurückzieht, löst nachdrückendes Süßwasser die unterirdischen Salzschichten auf. Ausgelöst von tektonischen Spannungen entstehen Hohlräume, die in sich zusammenfallen. Einbruchkrater sind die Folge. Vieles haben sie seither verschlungen, ein Militärcamp der israelischen Armee ebenso wie einen Campingplatz und eine Dattelplantage des Kibbuz.
Israel aus der Luft - Foto: Jacques Descloitres, MODIS Rapid Response Team, NASA/GSFC

So beschreibt Stefan Dege in einem Beitrag für die Deutsche Welle den allmählichen Tod des Toten Meeres. Vom Schrumpfen des Meeres ist heute bereits der Tourismus betroffen, denn Hotels und Sanatorien sind inzwischen so weit vom Ufer entfernt, dass die Urlauber auf immer längeren asphaltierten Straßen ans Wasser transportiert werden müssen. Hauptgrund für das Schrumpfen des Toten Meeres ist die zu große Wasserentnahme aus dem Jordan, und hierzu trägt wiederum wesentlich bei, dass Israel seit seiner Staatsgründung die landwirtschaftliche Nutzung von Teilen der Wüste Negev, die immerhin etwa 60% des israelischen Staatsgebiets ausmacht, forciert hat.

Angesichts immer größerer Wasserknappheit in der Region wird diese israelische Politik der Nutzung von Wüstengebieten immer problematischer. Möglich wird die Wüsten-Landwirtschaft durch niedrige Wasserpreise. Stefan Dege stellt in seinem Beitrag fest:

Der niedrige Wassertarif ist ein hoch subventionierter und somit ein politischer Preis. Gerade mal fünf Prozent trägt die Landwirtschaft zum israelischen Bruttosozialprodukt bei - gleichzeitig verschlingt sie mehr als zwei Drittel der nationalen Wasserressourcen. Eine traditionell starke Bauernlobby verteidigt zwei politische Grundsätze: Die eigene Versorgungssicherheit und die zionistische Siedlungspolitik.

Aber die Konflikte um das knappe Wasser in der Region nehmen zu, ebenso die ökologischen Folgen der Übernutzung der Wasserressourcen. Gundi Schachal, Umweltaktivistin von "Friends of the Earth - Middle East", erklärt angesichts des sterbenden Toten Meers als Folge der Übernutzung des Jordanwassers: „Hier stand die Wiege der Menschheit, und das wird alles preisgegeben - um ein bisschen Wüste fruchtbar zu machen?“

Den Beitrag der Deutschen Welle können Sie lesen unter: dw-world.de.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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