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aktuelles --- 24.06.2006 ---

Mythos Coca-Cola

Coca-Cola-Reklame, Foto: Martin Huwlisch/Wikipedia

Aus Anlass der Fußballweltmeisterschaft lud das Landesjugendpfarramt der Evangelischen Kirche der Pfalz in Kaiserslautern zu einer Veranstaltung zu Coca-Cola ein. Leider war kein Coca-Cola-Vertreter zu einem Gespräch bereit. Nachfolgend der Vortrag von Frank Kürschner-Pelkmann zu Coca-Cola, in den er Zitate aus Publikationen des Unternehmens aufnahm.

Coca-Cola ist in den mehr als hundert Jahren seiner Geschichte zu einem Lebensgefühl geworden, zu einem Gefühl von Freiheit und Spaß am Leben.

(Coca-Cola - Mehr als ein Erfrischungsgetränk)

Coca-Cola wird seit 1886 produziert, Und bald war es mehr als ein braunes Getränk, es stand für eine Lebensweise und auch für eine Religion. Jedenfalls wird Robert Woodruff, der Coca-Cola von 1916 an zu einer globalen Marke gemacht hat, mit den Worten zitiert: „Coca-Cola ist genauso gut eine Religion wie ein Geschäft.“ Der Konzern entwickelte eine weltweite Mission, die er mit religiöser Inbrunst verfolgte.

Dieser Geist prägte auch ein Musical, mit dem das deutsche Tochterunternehmen in den fünfziger Jahren die Beschäftigten unterhielt. Im Mittelpunkt des Musicals stand eine schwebende Cola-Flasche, die zum Schluss verkündete: „Ich war, ich bin und ich will in aller Zukunft sein: Coca-Cola, lebendiges Leben, schöpferischer Geist.“

Dank eines riesigen Werbeetats hat Coca-Cola alle Ecken und Ende der Welt mit seinen Botschaften der vermeintlichen Freiheit erreicht. Coca-Cola ist zum Sinnbild der wirtschaftlichen Expansion der USA geworden - und der Expansion des American Way of Life.

Heute ist das Coca-Cola-Symbol das bekannteste Emblem der Welt. Selbst der Weihnachtsmann verdankt Coca-Cola seine Erscheinung. Denn 1930 hat Coca-Cola ihn in seiner Werbung mit einem roten Mantel und einem weißen Pelz ausgestattet und hat mit dieser „Kleiderordnung“ weltweit Erfolg.

Coca-Cola ist mit etwa 23 Milliarden Dollar Jahresumsatz und zahlreichen Subunternehmen einer der größten Getränkekonzerne der Welt. Die Produkte des Coca-Cola Konzerns werden in mehr als 200 Ländern verkauft. Weltweit gibt es 1.500 Produkte, die auf lokale Märkte abgestimmt sind. In Deutschland werden mehr als 30 unterschiedliche Getränke verkauft. Zwischen einzelnen Ländern variiert zum Beispiel auch der Zuckergehalt des Klassikers Coca-Cola je nach vermutetem Geschmack der Kunden. Nach eigenen Angaben verkauft Coca-Cola 90 Milliarden Liter Getränke im Jahr. In Deutschland sind es jedes Jahr fast 4 Milliarden Liter. An Produktion und Vertrieb sind weltweit 600.000 Menschen beteiligt.

Um den eigenen Bekanntheitsgrad zu erhalten und zu steigern, engagiert sich Coca-Cola seit Jahrzehnten als Sponsor von Fußballweltmeisterschaften. Der Konzern hat etwa 80 Millionen Euro dafür ausgegeben, um Hauptsponsor der jetzigen Fußballweltmeisterschaft in Deutschland zu werden und diese Möglichkeiten durch ein aufwendiges Marketing zu nutzen.

Nach der Weltmeisterschaft werden dann Entscheidungen über die Reduzierung der Zahl der Beschäftigten in Deutschland getroffen. Bis zu 3.000 Arbeitsplätze sollen beseitigt werden, fürchtet die Gewerkschaft NGG. Ein Drittel der Beschäftigten in den mit Coca-Cola in Deutschland verbundenen Betrieben muss um seine Zukunft fürchten, wenn die Vermarktung der WM vorbei ist. Nach der Abschlussfeier der Weltmeisterschaft ist Schluss mit lustig.

Bei Coca-Cola steht der Verbraucher im Mittelpunkt ... Coca-Cola ist mehr als ein Softdrink: ein Mythos, der für ein positives Lebensgefühl am Puls der Zeit steht ...

(Coca-Cola - Mehr als ein Erfrischungsgetränk)

Leider erleben Beschäftigte in Coca-Cola Abfüllbetrieben nicht immer diesen Mythos, dieses positive Lebensgefühl. Besonders wegen Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien ist Coca-Cola immer wieder in die Kritik geraten. In der Süddeutschen Zeitung vom 11. Januar 2006 hieß es über diesen Konflikt: „Dort ist die lokale Gewerkschaft der Lebensmittelindustrie in schwere Not geraten, weil örtliche Abfüllunternehmen Todesschwadronen angeheuert haben, die Gewerkschaftler nicht nur unter Druck setzen, sondern sogar ermordeten.“

Als Beispiel wird in dem Artikel der Abfüllbetrieb in der Stadt Carepa genannt. Es heißt über die Vorkommnisse in diesem Coca-Cola-Betrieb: „Einer der mächtigsten Männer Carepas war über Jahre hinweg der Anführer der lokalen Todesschwadron mit dem Spitznamen Caliche. Dieser war mit dem Werksleiter eines Abfüllers, Aristo Milan Mosquera, befreundet, der Caliche und seinen Männern oft in den örtlichen Bars Drinks ausgab oder ihnen für ihre Feste gratis Coca-Cola anlieferte. Caliche und seine Männer revanchierten sich, wenn mal wieder eine Verhandlungsrunde mit den Gewerkschaftlern anstand. Mosquera drohte den Gewerkschaftlern offen mit den Todesschwadronen. Als diese im September 1996 einen Beschwerdebrief an die Firmenzentrale in Bogotá schickten, machten Caliche und seine Männer ihre Drohung wahr. Am 5. Dezember erschossen zwei Schergen der Todesschwadron den Gewerkschaftsführer Isidro Segundo Gil auf dem Werksgelände. Wenige Tage später versuchten sie, Gils Freund Luis Cardona, der den Mord beobachtet hatte, verschwinden zu lassen. Cardona entkam.

Noch am selben Nachmittag marschierten die Männer der Todesschwadron auf dem Gelände des Abfüllwerkes auf und brannten das Büro der Gewerkschaft nieder. Eine Woche später trommelten die Männer der Todesschwadron die gesamte Belegschaft auf dem Werkhof zusammen. Caliche hatte einen Stapel Austrittserklärungen für die Gewerkschaftsmitglieder mitgebracht, fein säuberlich mit allen persönlichen Daten ausgefüllt, die er sich aus dem einzigen Firmencomputer hatte ausdrucken lassen. Wer nicht unterschreiben würde, sei dem Tod geweiht, erklärte er. Am späten Nachmittag kamen die Paramilitärs zurück und sammelten die Formulare wieder ein. Alle hatten unterschrieben.“

Insgesamt sieben Gewerkschafter in kolumbianischen Coca-Cola-Betrieben sollen in den letzten Jahren ermordet worden sein, so ein Vertreter der Gewerkschaft. Nach der weit gehenden Zerschlagung der Gewerkschaften sollen die Reallöhne der Coca-Cola-Beschäftigten in Kolumbinen in den letzten Jahren drastisch gesunken sein. Der Konzern hat sich jahrelang gegen eine unabhängige Untersuchung der Vorgänge gewehrt. Erst unter internationalem Druck hat der Konzern jetzt diese Position überdacht. Was aber konkret von unabhängigen Fachleuten überprüft wird, bleibt abzuwarten.

Es gibt zahlreiche internationale Proteste gegen die Coca-Cola-Aktivitäten in Kolumbien. Der Vorstand der deutschen Gewerkschaft ver.di hat bereits 2003 beschlossen, bei eigenen Veranstaltungen auf Produkte des Coca-Cola-Konzerns zu verzichten. In den USA sind an etwa zwei Dutzend Universitäten die Coca-Cola-Automaten verbannt worden. Bei den letzten Olympischen Winterspielen in Italien beschloss der Stadtrat des Veranstaltungsortes Turin, auf Coca-Cola-Produkte zu verzichten. Während dieser Olympischen Spiele kam es zu zahlreichen Protestaktionen in Italien gegen den Hauptsponsor Coca-Cola.

Bei dieser Fußball WM ruft unter anderem die Kolumbienkampagne mit Sitz in Berlin dazu auf, sich kritisch mit dem Coca-Cola-Engagement in Kolumbien auseinander zu setzen.

Sorgfalt und Qualität gelten auch, wenn es um den Schutz der Umwelt geht. Die Coca-Cola Organisation arbeitet nach einem weltweit einheitlichen Umweltmanagement-System.

(Coca-Cola - Mehr als ein Erfrischungsgetränk)

Protest gegen Coca-Cola in Indien, Foto: India Resource Centre

Amit Srivastava vom Indian Resource Centre verweist darauf, dass Coca-Cola nach eigenen Angaben im Jahre 2004 283 Milliarden Liter Wasser verwendet hat. Das entspreche dem, was die Weltbevölkerung an zehn Tagen trinkt. Für jeden Liter Softdrink werden nach Firmenangaben 2,7 Liter sauberes Wasser benötigt. Davon dienen 1,7 Liter vor allem zur Reinigung der Flaschen. In Indien werden sogar 4 Liter kostbares Trinkwasser benötigt, um einen Liter eines Coca-Cola-Getränks herzustellen.

Zum Problem wird zunehmend die Beschaffung der riesigen Mengen Wasser. In den letzten Jahren ist Coca-Cola in Indien mit massiven Protesten konfrontiert. Ein Beispiel ist der Bundesstaat Kerala, wo die Fabrik in Plachimada so viel Grundwasser für die Produktion von Softdrinks und Flaschenwasser entnommen hat, dass die Brunnen in den Dörfern der Umgebung trocken fielen und auch die Landwirtschaft von dem rasch sinkenden Grundwasserspiegel schwer betroffen ist.

Auch in Zeiten der Wasserknappheit soll Coca-Cola etwa 600.000 Liter Grundwasser am Tag gefördert haben. Bernhard Wiesmeier hat für Brot für die Welt den Ort mit einem internationalen Untersuchungsteam besucht und die Behauptungen der Kritiker bestätigt gefunden. Er hat festgestellt: „Plachimada gilt mittlerweile als Symbol für den Widerstand gegen den Ausverkauf der Wasservorräte. Nicht nur national, auch international wurde dem Fall große Beachtung geschenkt. Das hat dazu geführt, dass auch der Gemeinderat von Plachimada lieber heute als morgen die Fabrik schließen würde. Er ist vor das Regionalgericht in Palakkad gezogen und hat Coca-Cola verklagt, weil sie zu viel Wasser von ihrem Grundstück entnehmen ... Der Konzern darf jetzt nur noch so viel Wasser nutzen, wie für die gleiche Fläche benötigt würde, wenn dort Landwirtschaft betrieben würde. Viele meinen, das sei das Ende einer wirtschaftlichen Coca-Cola-Fabrik in Plachimada.“

Es sei hier noch hinzugefügt, dass es ein katholischer Priester war, der systematisch festgestellt hat, wie sich die intensive Wassernutzung durch Coca-Cola auf die Dörfer in der Nachbarschaft ausgewirkt hat. Die Arroganz der Mächtigen kommt in diesen Sätzen eines Coca-Cola-Sprechers (vor dem Gerichtsurteil) gegenüber der indischen Presse zum Ausdruck: „Wir haben das Land gekauft. Es gibt kein Gesetz, das uns durch Auflagen daran hindert, unser Wasser zu nutzen.“

Weitere Probleme entstehen in Indien durch die hohe Belastung der Abwässer mit Reinigungschemikalien sowie Produktionsabfällen. Es ist auch immer wieder zu Auseinandersetzungen über die Qualität des braunen Getränks gekommen. Das angesehene indische Centre for Science and Environment veröffentlichte 2003 eine Studie, aus der hervorging, dass Produkte des Coca-Cola-Konzerns extrem hohe Belastungen des Pestizids DDT und weiterer gefährlicher chemischer Substanzen enthielten. Eine Probe enthielt die 137fache Menge von Insektiziden im Vergleich zu den Grenzwerten der Europäischen Union.

Eine Untersuchungskommission der indischen Regierung untersuchte daraufhin die Softdrinks von Coca-Cola und Pepsi. Sie kam ebenfalls zum Ergebnis, dass die Getränke sehr stark belastet waren. Als ein Schritt wurde der Verkauf von Coca-Cola und Pepsi-Cola-Produkten in der Cafeteria des indischen Parlament verboten. Dieses Verbot gilt bis heute.

Im Mai 2006 gab es auch in Kalifornien Konflikte um die Qualität von Coca-Cola. Die Behörden hielten es für erwiesen, dass in Coca-Cola-Flaschen Spuren von giftigem Blei enthalten waren und verklagten den Konzern. Zur gleichen Zeit nahm Coca-Cola in Japan mehr als zwei Millionen Flaschen Softdrinks vom Markt, die Eisenrückstände enthielten.

Der Verbraucher entscheidet, in welcher Verpackung er die Erfrischungsgetränke aus dem Hause Coca-Cola genießt.

(Coca-Cola - Mehr als ein Erfrischungsgetränk)

Coca-Cola hilft etwas nach, wenn es gilt, diese Entscheidung zu beeinflussen. So lautete am 3. März 2006 eine Überschrift in der Wirtschaftszeitung Handelsblatt: „Coca-Cola startet zur WM-Dosenoffensive“. Und im Artikel selbst heißt es dann: „Der US-Getränkeriese Coca-Cola nutzt seine Position als Hauptsponsor der Fußballweltmeisterschaft, um in Deutschland wieder die lange Zeit verpönten Getränkedosen in den Markt zu drücken.“

Ein wichtiges Instrument hierfür sind Sammeldosen mit den Abbildern von 16 aktuellen deutschen Fußballnationalspielern. Um die Dosen rechtzeitig produzieren zu können, wusste Coca-Cola schon lange vor der Öffentlichkeit, welche 16 Spieler auf jeden Fall im Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft stehen würden. „Wir glauben an die Dose“, wird der US-Konzern in der Wirtschaftspresse zitiert.

Vor der WM wurden dann in allen McDonalds-Filialen fußballförmige Coca-Cola-Flaschen verkauft. Sie wurden als Sammlerstücke deklariert und ohne Pfand verkauft. Auf den Flaschen gab es einen Mehrweg-Aufdruck, aber es gab kein Rücknahmesystem. Günther Guder, Vorstandsmitglied des Verbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels sprach von einem „klaren Rechtsverstoß“. Er äußerte die Befürchtung, dass die WM-Kugel Pilotmodell für neue Einweg-Produkte werden könnte: „Wenn sich der Fan das hässliche Teil ins Regal stellt und dann nach der WM nicht mehr sehen will, schmeißt er es einfach weg.“ Es wird befürchtet, dass demnächst auch Handelsketten wie Lidl Sammlerkollektionen ohne Pfandverpflichtung anbieten würden.

Ein Sprecher von Umweltminister Sigmar Gabriel bezeichnete es als „völlig absurd“, die Getränkekugel für die WM als Mehrwegprodukt zu deklarieren. Die Deutsche Umwelthilfe kam zum Ergebnis, dass die Flaschen gar nicht mehrwertfähig sind und drohte Coca-Cola und McDonalds eine Klage an. Unter diesem Druck wurden die fußballähnlichen Flaschen aus dem Angebot genommen. Der Versuch zur schleichenden Rückkehr zur Einwegverpackung war erst einmal gescheitert.

Coca-Cola kann man fast überall auf der Welt trinken. Es ist eines der wenigen Produkte, für die es keine gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Schranken gibt. Jeder kann Coca-Cola trinken.

(Coca-Cola - Mehr als ein Erfrischungsgetränk)

Es gibt weit mehr als eine Milliarde Menschen auf der Welt, die am Tag mit weniger als einem Dollar auskommen müssen. Sie existieren in der Werbewelt von Coca-Cola nicht. Nur wer genügend Kaufkraft hat, zählt im globalen „Supermarkt“.

Gerade für Kinder ist es wichtig, ausreichend und regelmäßig zu trinken ...

(Informiert genießen)

Coca-Cola gibt sich in Deutschland gesundheitsbewusst, vor allem in der Broschüre „informiert genießen“. Dabei wird auch die Bedeutung von Zucker verteidigt, der in größeren Mengen in jeder Flasche Coca-Cola zu finden ist.

Zucker gehört zu den Kohlehydraten und versorgt unseren Körper schnell mit Energie. Zucker kann auch helfen, die Konzentration zu steigern und Leistungstiefs zu überwinden. Zudem spielt Zucker als Geschmacksträger und Süßungsmittel eine wichtige Rolle.

(Informiert genießen)

Coca-Cola und ähnliche Getränke tragen wesentlich dazu bei, dass in den USA bald jedes fünfte Schulkind schwer übergewichtig sein wird. Auf Initiative des früheren US-Präsidenten Bill Clinton haben sich Coca-Cola, Pepsi und Cadbury/Schweppes jetzt bereit erklärt, bis 2010 ihre zucker- und kalorienreichsten Getränke aus den Schul-Getränkeautomaten zu nehmen. Das war das Ergebnis jahrelanger Kampagnen, in denen auf die Gesundheitsgefahren durch Getränke wie Coca-Cola aufmerksam gemacht wurde.

Viele Schulbezirke verboten die zuckerhaltigen Coca-Cola-Getränke von sich aus. Erst dann erklärten sich Coca-Cola und die beiden anderen großen Softdrink-Produzenten zum Einlenken bereit. Nach der Vereinbarung schalteten die Getränkekonzerne im Juni 2006 große Anzeigen in den USA, in denen verkündet wurde: „In unserem Bemühen um das Wohl der Kinder haben wir uns entschieden, nur noch nahrhafte und kalorienarme Getränke in den Schulen zu verkaufen.“ Das gilt leider erst ab 2010. Schlimmer noch: Dies gilt nur für Schulen in den USA. Im Rest der Welt werden die zucker- und kalorienreichen Getränke weiter in die Schul-Automaten gepackt und die Bedeutung des Zuckers für die Ernährung herausgestellt (siehe oben). Und die Marketing-Versuche von Coca-Cola an deutschen Schulen haben in den letzten Jahren noch zugenommen. Dazu gehört das Sponsoring von Schulfesten und Sportveranstaltungen für Schülerinnen und Schüler.

Und noch eine Information zum Thema Gesundheit: Während der Fußballweltmeisterschaft dürfen in den Stadien keine gesundheitlich unbedenklichen Getränke wie Milch verkauft werden. Coca-Cola hat sich das Monopol für alkoholfreie Getränke gesichert.

In den letzten Jahren ist Coca-Cola verstärkt in den Markt für Flaschenwasser eingestiegen und propagiert die Bedeutung dieses Wassers für die Gesundheit:

Während und nach dem Sport sind Mineral- und Tafelwasser, die klassische Schorle sowie Sportgetränke am besten geeignet, um den Verlust an Flüssigkeit, Mineralien und Spurenelementen zu ersetzen.

(Informiert genießen)

Coca-Cola ist dabei, seine Position im Geschäft mit dem Mineral- und Tafelwasser in Deutschland und weltweit systematisch auszubauen. Dies ist ein boomendes Geschäft, und das vor allem, weil Konzerne wie Nestlé und Coca-Cola durch geschickte und aufwendige Werbestrategien viele Millionen Kunden in aller Welt überzeugt haben, dass ihr Flaschenwasser besser ist als das Wasser aus der Leitung.

„Coca-Cola zapft Mineralwasser aus der Leitung“ - so lautete hingegen am 3. März 2004 eine Überschrift in der Financial Times Deutschland. In dem Beitrag wird dann über das stille Wasser „Dasani“ ausgeführt: „Es handelt sich um schlichtes Leitungswasser. Dieses Eingeständnis hat in Großbritannien zu einem beispiellosen PR-Desaster geführt.“ Es kam noch schlimmer für Coca-Cola. Die Firma gab an, das Wasser aufwendig zu behandeln. Zuerst würden alle Mineralien, Chemikalien und andere Schadstoffe entfernt, dann neue Mineralien hinzugesetzt, um einen „erfrischenden“ Geschmack zu erreichen.

Da in England vorgeschrieben ist, dass alle Mineralwässer Calcium enthalten müssen, wurde auch Calciumchlorid zugesetzt, und das enthielt einen hohen Anteil Bromid. Bromid gilt aber als krebserregend, und so sah Coca-Cola sich gezwungen, eine halbe Million Dasani-Flaschen zurückzurufen.

Das Manager-Magazin berichtete Anfang März 2004 über das Coca-Cola-Produkt „Bonaqa“, das vom Hersteller als Tafelwasser der Spitzenklasse angepriesen wird. Die wichtigsten Merkmale seien „sein klarer, abgerundeter Geschmack“, so das Unternehmen. Das Wirtschaftsmagazin erläuterte dazu: „Bonaqa, für das der prominente TV-Entertainer Johannes B. Kerner als Werbefigur in den Ring stieg, ist ein Tafelwasser, das zu 99,9 Prozent aus normalem Leitungswasser besteht und von den regionalen Wasserwerken geliefert wird. Beispiel Soest: Das Coca-Cola Werk ist eines von zehn Abfüllbetrieben für Bonaqa in Deutschland. Es wird von den Stadtwerken Soest mit gechlortem Leitungswasser beliefert...“

Um seine Reputation im Flaschenwassermarkt zu verbessern und die Marktanteile zu erhöhen, hat Coca-Cola in diesem Mai den bisherigen Konkurrenten Apollinaris aufgekauft. Hinter dem Mythos Coca-Cola steht vor allem ein global expandierender Konzern, der kleinere Konkurrenten aufkauft und Märkte erobert. Coca-Cola ist zu einem Symbol der aggressiven Globalisierung geworden - und das trägt ihm Kritik ein und dies zu Recht.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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