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aktuelles --- 08.07.2006 ---

Wüsten - bald wüst und leer?

UNEP-Bericht Global Deserts Outlook

Anders als oft angenommen sind Wüsten keine ökologisch toten Regionen der Welt, sondern es gibt dort eine große Pflanzen- und Tiervielfalt. Diese Spezies haben sich den extremen Bedingungen von großer Hitze und großer Kälte, langen Perioden der Trockenheit und kurzen, aber heftigen Niederschlägen angepasst. Es sind allerdings sehr fragile Ökosysteme, die leicht zerstört werden können. Das UN-Umweltprogramm UNEP hat sich aus Anlass des Jahres der Wüsten und Wüstenbildung in einem ausführlichen Bericht mit den ökologischen Bedingungen in den Wüstenregionen der Welt und den Gefahren beschäftigt, die der Fauna und Flora drohen. Fachleute aus aller Welt haben diesen „Global Deserts Outlook“ verfasst und sich auch mit den Problemen der Ausweitung der Wüstenregionen durch Prozesse der Desertifikation beschäftigt.

Wüsten der Welt, UNEP-Karte

Eine wichtige Erkenntnis ist, dass sich die globalen Klimaveränderungen in den kommenden Jahrzehnten sehr negativ auf die meisten Wüstenregionen auswirken werden, denn hier wird es noch trockener und noch heißer. Lediglich für die Wüste Gobi werden etwas höhere Niederschläge prognostiziert. Wenn die Niederschläge in den anderen Wüsten drastisch abnehmen, werden viele Pflanzen und Tiere keine Überlebensmöglichkeiten mehr haben, denn sie sind darauf angewiesen, dass es zwar unregelmäßig, aber doch von Zeit zu Zeit regnet. Die Wüsten werden dann tatsächlich wüst und leer. Auch die Völker, die über Jahrtausende gelernt haben, in und mit der Wüste zu leben, verlieren so ihre Existenzgrundlage.

Durch den Tourismus mit Allradfahrzeugen sowie wirtschaftliche und militärische Aktivitäten geht die Stabilität vieler Sanddünen verloren, was verstärkte Dünenbewegungen und vermehrten Sandflug zur Folge hat. Das bedroht vor allem Oasen und die Trockengebiete, die an die Wüsten angrenzen wie die Sahel-Region in Westafrika. Im UNEP-Bericht wird ausführlich dargestellt, dass solche Prozesse kein Schicksal sind, sondern dass vielfältige Maßnahmen möglich und nötig sind, um die Ökosysteme der Wüsten zu erhalten und gleichzeitig die weitere Ausweitung der Wüsten zu verhindern. Nötig ist zum Beispiel ein sorgsamer Umgang mit den knappen Wasserressourcen, etwa durch sparsame Methoden der Bewässerung der Felder. Auch gilt es - besonders in den USA - in den Städten in Wüstengebieten zu Formen der Nutzung von Wasser und anderen Ressourcen überzugehen, die den Wüstenbedingungen angepasst sind.

Der Bericht kann als PDF-Datei heruntergeladen werden unter www.unep.org.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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