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aktuelles --- 17.07.2006 ---

Kampagne „von Armut bis Zucker“ erfolgreich beendet

Mit der Ausstellung „von Armut bis Zucker“ und Ihrer langjährigen qualifizierten Arbeit leisten Sie einen ganz wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen Entwicklungsprozess. Dafür Ihnen und den vielen ehrenamtlich tätigen Menschen im ganzen Land ein herzliches bayerisches Vergelts Gott.

Mit diesen Worten würdigte Joachim Unterländer, sozialpolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion und Abgeordneter in München Nord, die bundesweite Kampagne „von Armut bis Zucker“ und die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl) mit 2.000 Mitgliedsgruppen.

Landtagsabgeordneter Joachim Unterländer

Joachim Unterländer gehörte zu den Rednern bei der Abschlussveranstaltung der Kampagne "von Armut bis Zucker" am 16. Juli 2006 in München. Er ist überzeugt: „Eine wirksame Eine-Welt-Politik ist notwendig für das Überleben der Menschheit in Frieden und Freiheit.“ Der CSU-Abgeordnete betonte die Bedeutung des Beitrags der Schulen "zum Erlernen von Solidarität, aber auch dafür, mit Fragen der Integration aktiver und annehmender umzugehen". Joachim Unterländer selbst engagiert sich sowohl für den Aufbau regionaler Wirtschaftskreisläufe als auch für den fairen Handel und stellt heraus: „Ich halte es für eine großartige Sache, dass es hier eine Zusammenarbeit zwischen den Eine-Welt-Initiativen und Initiativen für regionale Wirtschaftskreisläufe gibt.“ Ein konkretes Beispiel dafür war ein reichhaltiges und schmackhaftes Buffet mit Produkten aus der Region und aus fairem Handel, das für die Abschlussveranstaltung der Kampagne aufgebaut worden war.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Unterländer räumte ein, dass sich ein koordiniertes bayerisches Eine-Welt-Engagement erst in der Entwicklung befindet. Er betonte, dass es nicht nur um eine bessere Abstimmung der verschiedenen Ministerien und eine Bündelung der vorhandenen Mittel des Landes für diese Arbeit geht:

Eine-Welt-Politik ist nicht allein Aufgabe des Staates, sondern der gesamten Gesellschaft. Zusammen mit allen gesellschaftlichen Gruppen will der Freistaat Bayern in Zukunft noch stärker als bisher einen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen leisten und trägt dazu bei, die Globalisierung menschlich verträglich zu gestalten.

Eine intensive Zusammenarbeit von Rathaus und Nord-Süd-Gruppen gibt es bereits in der Landeshauptstadt München, erläuterte Siegfried Benker, der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Münchener Rathaus in Vertretung des Oberbürgermeisters. Ein besonders gutes Beispiel für diese erfolgreiche Zusammenarbeit sei das EineWeltHaus im Zentrum von München, in dem auch die Abschlussveranstaltung der Kampagne „von Armut bis Zucker“ stattfand. Nach 16 Jahren rot-grüner Koalition „ist die Nord-Süd-Arbeit in München als wichtiger Teil kommunaler Arbeit ganz fest verankert". So sei der Beschluss gefast worden, dass in allen Bereichen der Stadt München eine nachhaltige Entwicklung gefördert werden soll. Dazu gehören zum Beispiel nachhaltige Einkäufe aller städtischen Einrichtungen, der Kauf sozial- und umweltverträglich produzierter Blumen und die Förderung des Fairen Handels. Siegfried Benker erwähnte außerdem positive Initiativen der Stadt im Umgang mit Asylbewerbern und kritisierte in diesem Zusammenhang die Flüchtlingspolitik der bayerischen Landesregierung: „Der Freistaat bekämpft die Flüchtlinge und nicht die Fluchtursachen.“

Das Abschlussprogramm der Kampagne „von Armut bis Zucker“, das von dem Journalisten Andreas Vollmert moderiert wurde, machte eindrücklich deutlich, dass das Engagement für Menschen im Süden der Welt nicht zu trennen ist vom Eintreten für eine gerechte und nachhaltige Entwicklung im eigenen Land. Auf unterhaltsame Weise wurde dies auch von Andreas Wolf und Robert Lansing vom Improvisationstheater fastfood vermittelt, die nach Stichworten aus dem Publikum spontan Szenen zu Konflikten in der Einen Welt darstellten. Eine weitere kulturelle Bereicherung des Programms war Musik der Gruppe Pamuzinda, die vor 16 Jahren in Harare/Simbabwe gegründet wurde, der Partnerstadt Münchens.

Petra Leber, die Geschäftsführerin der agl, sagte bei der Abschlussveranstaltung zu den Ergebnissen der Kampagne:

Wir wollten mit der Ausstellung die ganze Vielfalt der Aktivitäten zeigen, die mit der Eine-Welt-Arbeit verbunden sind. Es ist uns gelungen, die große Brandbreite von Themen dazustellen, mit denen sich die Gruppen im ganzen Land beschäftigen: Tourismus, Menschenrechte, Ernährung, Wasser, Kleidung ... Wir konnten alle Themen, mit denen wir uns beschäftigen, einmal im Zusammenhang sichtbar machen, sodass ein großes Ganzes daraus entstand.
Ansprache von Petra Leber bei der Abschlussveranstaltung der Kampagne. Foto: Alexander Fonari

Petra Leber wies außerdem darauf hin, dass die Kampagne ermöglicht hat, die Gruppen in den einzelnen Städten zusammenzubringen, um an einem Tag gemeinsam ein Thema zu präsentieren. Erfreulich sei, dass sich vielerorts Eine-Welt- und Umweltgruppen zusammengefunden haben, um Veranstaltungen und andere Aktivitäten durchzuführen. Im Vergleich der 26 Veranstaltungsorte stellte Petra Leber fest: „Es war in kleineren Städten leichter, die Menschen anzusprechen und Interesse zu finden. Auch war es dort einfacher, alle Initiativen vor Ort am Programm zu beteiligen.“

Seit dem 13. Mai war die Ausstellung „von Armut bis Zucker" in 26 Städten zwischen Augsburg und Zweibrücken auf zentralen Plätzen gezeigt worden. Auf 26 Stelen wurden Themen von Armut über Fußball, Kultur und Partnerschaft bis Zucker in kurzen Texten und Fotos vermittelt. Dabei kam es den Veranstaltern besonders darauf an, Möglichkeiten zum eigenen Engagement sichtbar zu machen. Passend zum Anfangsbuchstaben der einzelnen Städte stand jeweils ein Thema im Mittelpunkt der Veranstaltungen und Aktionen, in Bremen ging es zum Beispiel um „Brücken bauen“, in Leipzig um „Liberalisierung“, in Olpe um „Ökologie“ und in Zweibrücken um „Zucker“.

Kamelreiten bei der Veranstaltung in Würzburg. Foto: agl

In jeder Stadt wurden kreative Ideen entwickelt, um den Menschen, die zufällig vorbeikamen, entwicklungspolitische Themen nahe zu bringen. In Hamburg wurde zu einer Hafenrundfahrt mit einer Barkasse eingeladen, um Einblicke in den Handel mit der Dritten Welt und besonders den Bananenhandel zu geben. In Potsdam wurden Kommunalpolitiker zu einer Talkrunde eingeladen und kamen gemeinsam zur Überzeugung, dass die Stadt eine Partnerschaft zu einer Kommune im Süden der Welt aufbauen sollte. In Chemnitz ging es bei einem Stadtrundgang um „Coole Klamotten“. In Eibenstock stand das Thema „Entschuldung“ im Zentrum der Aktionen, und um die ungleichen Bedingungen auf den internationalen Finanzmärkten anschaulich zu machen, wurde ein Fußballspiel organisiert, bei der die Tore sehr unterschiedlich groß waren. In Idar-Oberstein lud der Eine-Welt-Laden „Undugu“ zu einem fairen Frühstück mit kulinarischen Spezialitäten aus aller Welt ein. In Würzburg waren zwei Kamele die Attraktion eines vielfältigen Programms zum Thema „Wüste und Wasser“. In allen 26 Städten wurden tausende Menschen, die nicht zum üblichen Publikum entwicklungspolitischer Veranstaltungen gehören. dafür motiviert, sich mit Fragen der internationalen Gerechtigkeit und des Engagements für die Eine Welt zu beschäftigen.

Beim Abschluss der Kampagne in München bildete am 15. und 16. Juli das Thema „Menschenrechte“ den inhaltlichen Schwerpunkt. Die lokalen Träger der Kampagne beteiligten sich an der Menschenrechtsmeile am „Streetlife Festival“, u.a. mit Parcours, Quiz, Filmen, Gerechtigkeitswaage, Sch(w)uhplattlern, multimedialer Aids-Ausstellung, Trommlern und Aids-Lichterschleife.

Der agl-Bundesvorsitzende Hannes Philip zog in München eine Bilanz der Kampagne:

Über einen Zeitraum von zwei Monaten gab es positive und negative Erlebnisse, aber die positiven haben bei weitem überwogen. Für diesen Erfolg war sehr viel ehrenamtliche Arbeit nötig.

Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie auf der Website www.von-armut-bis-zucker.de.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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