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aktuelles --- 06.08.2006 ---

Peinlicher Mineralwasser-Test von „Öko-Test“

Titelseite Ökotest

„Viel trinken sollen wir - besonders bei Hitze. Mineralwasser ist ein idealer Durstlöscher, kalorienarm und mineralstoffreich.“ Diese Sätze stammen nicht aus einer Werbeschrift der Mineralwasser-Branche, sondern stehen hervorgehoben am Anfang eines Testberichts in der Augustausgabe 2006 der Zeitschrift Öko-Test. Dass in Deutschland und weltweit seit Jahren eine fundierte Debatte über die verheerenden ökologischen Auswirkungen des Flaschenwasser-Booms stattfindet, kann man diesem Beitrag nicht entnehmen. Der hohe ökologische und finanzielle Aufwand für Produktion, Transport und Reinigung der Flaschen veranlasst Umweltschützer, sich kritisch mit der Branche auseinander zu setzen. Auch die Werbemethoden vieler Mineralwasser-Produzenten sind umstritten.

Der Test konzentriert sich auf den Schadstoffgehalt in den Mineralwasserflaschen, aber im Bericht werden auch allgemeine Aussagen wie die oben zitierten gemacht. Auch muss gefragt werden, ob man sich bei einem Produkt, das in der Gesellschaft aus guten Gründen umstritten ist, auf die Schadstoffbelastung beschränken und alle anderen Probleme ignorieren kann. Die Frage stellt sich um so mehr, als „Öko-Test“ auf dem größten Teil einer Doppelseite auf eine ganze Reihe von Themen rund um das Mineralwasser eingeht und z.B. das teuerste Mineralwasser erwähnt und darauf hinweist, dass Mineralwasser für die Herstellung von Pfannkuchen hilfreich ist. Auch wird der Wunsch der Branche, nur noch mit 7% Mehrwertsteuer belastet zu werden, unkritisch referiert.

Das Ergebnis der Ausklammerung grundlegender kritischer Anfragen an den Mineralwasser-Boom durch „Öko-Test“ ist, dass eine große Zahl von Marken mit der Auszeichnung „sehr gut“ versehen wird. Dass ein paar Seiten weiter zwei Mineralwasser-Firmen mit Anzeigen vertreten sind, die im Test mit „sehr gut“ bewertet wurden, wirft Fragen auf. Es ist zu erwarten, dass nun eine ganze Reihe der „ausgezeichneten“ Mineralwasser-Produzenten das „sehr gut“ von „Öko-Test“ in ihrer Werbung nutzen werden. Schade, dass „Öko-Test“ mit diesem Testbericht weit hinter dem zurückgeblieben ist, was man als ökologisches Verantwortungsbewusstsein bezeichnen kann. Da hilft der im Text versteckte Satz auch nicht, dass man statt Mineralwasser auch Leitungswasser trinken kann.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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