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aktuelles --- 13.09.2006 ---

Zu kleine Schritte bei der Verbesserung der Wasserversorgung

Titelbild der Studie: Meeting the MDG Drinking and Sanitation Target

Jedes Jahr sterben mindestens 1,6 Millionen Kinder, weil ihren Familien eine Wasserversorgung und Abwasserentsorgung fehlt. Deshalb ist unumstritten, dass mehr zur Beseitigung dieser tödlichen Probleme getan werden muss.

Aber die Anstrengungen zur Erreichung der UN-Millenniumsziele im Wasser- und Abwasserbereich reichen dennoch nicht aus. Zu diesem Ergebnis kommen die Weltgesundheitsorganisation WHO und das UN-Kinderhilfswerk UNICEF in einer gemeinsamen Studie unter dem Titel „Meeting the MDG Drinking and Sanitation Target“, die im September 2006 veröffentlicht wurde.

Im Jahre 2000 hatten sich Regierungschefs aus aller Welt auf eine Liste von „Millenniumsentwicklungszielen“ geeinigt, die bis zum Jahre 2015 erreicht werden sollen. Darunter ist das Ziel, die Zahl der Menschen zu halbieren, die ohne eine gesundheitlich unbedenkliche Wasserversorgung leben. Zwei Jahre später wurde das Ziel hinzugefügt, die Zahl der Menschen zu halbieren, die ohne eine Abwasserentsorgung leben müssen.

Dass die Abwasserentsorgung erst im Nachhinein in die Liste der Ziele aufgenommen wurde, ist kein Zufall. Die sanitäre Misere stinkt vielerorts zwar zum Himmel, aber dennoch zögern viele Menschen und auch Entwicklungspolitiker, über dieses Problem zu sprechen und Projekte in Gang zu bringen. Aus der gemeinsamen Studie von WHO und UNICEF geht hervor, dass noch immer 2,6 Milliarden Menschen (40% der Weltbevölkerung) ohne Toiletten auskommen müssen. In Afrika beträgt dieser Anteil sogar 63%. Wenn die gegenwärtigen Trends anhalten, werden 2015 immer noch 1,7 Milliarden Menschen in ländlichen Gebieten armer Länder ohne eine gesundheitlich unbedenkliche sanitäre Entsorgung auskommen müssen, und damit wird das Millenniumsziel deutlich verfehlt.

Günstiger sind die Perspektiven für das Erreichen des UN-Millenniumsziels auf dem Gebiet der Trinkwasserversorgung. Von 1990 bis 2004 erhielten 1,2 Milliarden Menschen einen Zugang zu einer Wasserversorgung. Die Zahl der unversorgten Menschen beträgt aber immer noch 1,1 Milliarden, von denen 84% in ländlichen Gebieten wohnen. Die regionalen Unterschiede sind groß. In Afrika südlich der Sahara hat sich die Zahl der Menschen ohne Zugang zu einer Trinkwasserversorgung von 1990 bis 2004 sogar um 23% erhöht. Die städtische Versorgung ist in dieser Region wesentlich besser als die Versorgung der ländlichen Bevölkerung, aber eine rasche Urbanisierung gefährdet auch diese Erfolge.

Damit das Millenniumsziel global erreicht werden kann, müssen bis 2015 jeden Tag 300.000 Menschen neu an eine Trinkwasserversorgung angeschlossen werden. WHO und UNICEF stellen allerdings fest, dass die Anstrengungen zur Erreichung des Ziels sich in jüngster Zeit eher vermindert haben. Bei einer Fortsetzung der gegenwärtigen Trends wird zwar das Millenniumsziel global erreicht, aber es wird 2015 noch immer mehr als 900 Millionen Menschen ohne einen Zugang zu sauberem Trinkwasser in ihrer Umgebung geben. Drei Viertel von ihnen werden in ländlichen Gebieten in Afrika südlich der Sahara leben. Deshalb plädieren die UN-Organisationen dafür, die Anstrengungen auf ländliche Gebiete und auf Regionen der Welt zu konzentrieren, wo die Gefahr besteht, dass die Millenniumsziele nicht erreicht werden.

Die PDF-Datei der Studie finden Sie unter: www.who.int

Eine Pressemeldung zur Studie finden Sie unter: www.who.int/mediacentre/
news/releases/2006/pr47/en/index.html

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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