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aktuelles --- 05.10.2006 ---

Flower Power - Blumen aus fairem Handel

Titelblatt der Zeitschrift eine - Entwicklungspolitik Information Nord-Süd, 18-19-2006

Das Angebot an umwelt- und sozialverträglich produzierten Blumen aus dem Süden der Welt nimmt hierzulande zu, aber man muss oft gezielt danach fragen. Verwirrend ist jedoch für viele aber die Tatsache, dass es kein einheitliches Siegel für diese fair gehandelten Blumen gibt. Die Zeitschrift „eine - Entwicklungspolitik Information Nord-Süd“ hat jetzt in der Ausgabe 18-19-2006 ein 12seitiges Dossier veröffentlicht, das einen Einblick in die Bemühungen gibt, sozial- und umweltverträglich produzierte Blumen so zu kennzeichnen, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher gezielt diese Blumen kaufen können. In einem einführenden Beitrag gibt Frank Kürschner-Pelkmann einen Einblick in die internationale Blumenproduktion und das Engagement für Blumen mit Siegel. Sein Tipp:

Für Kunden bietet sich eine klare Strategie an: Im Sommer vor allem Blumen aus (möglichst nach ökologischen Kriterien arbeitenden) Betrieben in der eigenen Region kaufen, im Winter im Supermarkt TransFair-Blumen kaufen oder im Fachhandel Blumen mit FLP-Siegel.

Gertrud Falk von FIAN Deutschland berichtet anschaulich von einer Blumenfarm in Kenia, wie sich die Zertifizierung als FLP-Betrieb (Flower Label Programme) positiv auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, vor allem sind dies Frauen, auswirkt. In dem Beitrag wird die Blumenarbeiterin Esther mit dem Satz zitiert: „Für uns Arbeiterinnen hat FLP viele Verbesserungen gebracht.“

Roger Peltzer von der "Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft" (DEG) stellt in dem Dossier die Bemühungen der kenianischen Blumenproduzenten vor, mit einem eigenen Siegel zu belegen, dass sich lokale Betriebe zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards verpflichtet haben. Peltzer bewertet die „Inflation der Siegel“ kritisch. Seine Hoffnung ist: „Mit etwas gutem Willen sollte sich erreichen lassen, dass im ‘Fair Trade’-Bereich eine Einigung auf ein verbindliches Siegel stattfindet.“

Davon ist man allerdings in den einzelnen Ländern und international noch weit entfernt. Die FLP-Geschäftsführerin Silke Peters stellt in dem „eins„-Dossier dar, wie dieses Siegel entstand und warum es als Vorbild für andere Siegel angesehen werden kann. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat sich - wie Dr. Sabine Graf darstellt - entschieden, in Zukunft ein anderes Siegel zu unterstützen, das unter der Abkürzung FFP firmiert: Fair Flowers and Plants. Dieses Siegel wird u.a. von holländischen Blumengroßhändlern propagiert und soll europaweit durchgesetzt werden, was bei einem Erfolg zulasten des schon länger bestehenden FLP gehen würde.

TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath erläutert in „eins“, warum und wie die Fair-Handels-Organisation fair gehandelte Blumen über Supermarkt-Ketten anbieten lässt. Damit soll dem gegenwärtigen Trend zu Billigblumen in Supermärkten etwas entgegengesetzt werden, von dem die Beschäftigten auf den Blumenfarmen im Süden der Welt profitieren.

Abgerundet wird das Dossier durch Interviews mit einer kolumbianischen Blumenarbeiterin und einer Aktivistin der Blumenkampagne in München. In letzterem Interview zitiert Marlies Olberz einen Floristen aus Oberbayern mit dem Satz: „Blumen sind keine Ware, sondern eine Vision.“

Mehr Informationen zur Ausgabe 18-19-2006 von „eins“ mit dem Blumen-Dossier finden Sie auf der Website der Zeitschrift: http://www.entwicklungspolitik.org.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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