zur Startseite Frank Kürschner-Pelkmann

Kontakt und Impressum 


aktuelles --- 23.11.2006 ---

Dossier „Virtuelles Wasser“

Titelseite der Zeitschrift eins - Entwicklungspolitik 22/2006

Jeder Bundesbürger verbraucht täglich 4.000 Liter „virtuelles Wasser“. Dieses Wasser ist zur Erzeugung all der Güter erforderlich, die täglich verbraucht werden. Dies geht aus dem 12-seitigen Dossier „Virtuelles Wasser“ hervor, das in der Ausgabe 22-2006 der Zeitschrift „eins - Entwicklungspolitik Information Nord-Süd“ erschienen ist. Allein in einem Blatt DIN A4-Papier sind 10 Liter Wasser „versteckt“. Im einleitenden Beitrag des Dossiers stellt Frank Kürschner-Pelkmann unter der Überschrift „'Unsichtbares' Wasser und unübersehbare Probleme“ dar, welche ökologischen und politischen Einsichten sich aus dem Wissen über das virtuelle Wasser ergeben. Er schreibt in dem Beitrag u.a.:

Die Erkenntnisse über den virtuellen Wasserverbrauch können helfen, globale Wasserprobleme zu lösen. Die verfügbaren Daten lassen erkennen, wie wichtig und aussichtsreich der Versuch ist, durch sparsame Bewässerungstechniken den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft deutlich zu senken. Auch müssen wasserarme Länder neu überlegen, welche landwirtschaftlichen Bereiche in Zukunft ausgebaut werden sollen. Die Ausweitung von Getreide- und Gemüseanbau in Wüstengebieten, wie sie verschiedene Länder im Nahen Osten planen, dürfte nicht dazu gehören. Ebenso gilt es, den von vielen Industriebetrieben bereits eingeschlagenen Weg einer Mehrfachnutzung von Wasser in Kreislaufsystemen konsequent zu unterstützen. Eine Erhöhung der Wassereffizienz in vorhandenen landwirtschaftlichen und industriellen Betrieben ist zumindest kurzfristig rascher zu verwirklichen als eine Umgestaltung der Weltwirtschaft mit dem Ziel, Wasserstress durch virtuellen Wasserhandel zu vermindern. Dennoch verändert das Wissen über das große Volumen des virtuellen Wassers in praktisch allen Gütern auf der Welt die politische und entwicklungspolitische Debatte. Das Wissen zwingt angesichts der globalen Wasserkrise dazu, bei allen Entscheidungen zu berücksichtigen, wie sie sich auf den virtuellen Wasserverbrauch und -handel auswirken.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des „UNESCO Institute for Water Education“ in Delft/Niederlande stellen in einem weiteren Beitrag exemplarisch an der Baumwolle dar, wie sich der großflächige Einsatz von großen Mengen virtuellen Wassers und die Verschmutzung dieses Wassers durch Pestizide und Düngemittel auf die Ökologie und Gesellschaft auswirken. Extremes Beispiel dafür ist die Region um den Aralsee. Am Ende des Beitrags heißt es:

Die Probleme in den wichtigen Baumwollanbaugebieten der Welt können deshalb nur dann gelöst werden, wenn die Konsumenten die Verantwortung für die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen in den Produktionsgebieten mit übernehmen. Bisher werden die sozialen und ökologischen Kosten der Wassernutzung nicht in die Preise einbezogen, die die Verbraucherinnen und Verbraucher von Baumwollprodukten in den Abnehmerländern zahlen. Zum Beispiel werden in den Entwicklungsländern nur 5 Prozent der Abwässer in Kläranlagen gereinigt. Für das übrige Abwasser entstehen keine Kosten, die an die Abnehmer weitergegeben werden. Über den Preis der Baumwollprodukte und durch relevante Produktinformationen sollten wir zur Verminderung der Übernutzung und Verschmutzung des Wassers beitragen.

In dem Beitrag „Globale Handelsströme virtuellen Wassers“ stellen drei Fachleute aus dem „Institut für sozial-ökologische Forschung“ (Frankfurt am Main) dar, wie ein Konzept des nachhaltigen Umgangs mit Wasser aussehen kann und welche Hindernisse es auf diesem Weg gibt. Im nachfolgenden Beitrag stellen eine Expertin und ein Experte der „Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit“ dar, welche Relevanz das Konzept des virtuellen Wassers und Wasserhandels in der Entwicklungszusammenarbeit hat. Abgerundet wird das Dossier durch einen Beitrag über die Möglichkeiten eines bewussten Konsumverhaltens („Virtuelles Wasser sparen!“) sowie Medientipps.

Das Heft kann online bestellt werden bei eins.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

Aktuelle Nachrichten aktuelles-Archiv
Aktuelle Meldungen

wasser-und-mehr.de, Copyright © 2006-2010 Kürschner-Pelkmann