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aktuelles --- 29.12.2006 ---

Politischer Widerstand in Südasien

Titelseite der Ausgabe 4/2006 der Zeitschrift Südasien

Die Ausgabe 4/2006 der Zeitschrift „Südasien“ hat den Schwerpunkt „Formen des politischen Widerstandes“. Das Thema wird im Blick auf alle Länder der Region Südasien beleuchtet, also Indien, Nepal, Bangladesch, Afghanistan und Pakistan. Der verantwortliche Redakteur der Zeitschrift, Heinz Werner Wessler, schreibt im Editorial des Heftes zur Situation in Indien:

Der moderne indische Staat hat eine bemerkenswerte Flexibilität beim Umgang mit separatistischen, sozialrevolutionären, kommunalistischen oder politisch gezielt angezettelten Krisen entwickelt und mit einer Mischung aus staatlicher Gewalt, Verhandlungsangeboten und geduldiger Überzeugungsarbeit in den Griff bekommen. Im Großen und Ganzen ist es gelungen, die lebenswichtige Balance zwischen den vielen Interessengruppen zu erhalten und sich damit die grundsätzliche Loyalität von Minderheiten für das Staatswesen zu erhalten. Auf diese nicht nur politisch, sondern gesamtgesellschaftliche Leistung kann Indien stolz sein.

In einem einleitenden Beitrag zu Indien analysiert Gita Dharampal-Frick, wie Gandhi sein Konzept des gewaltfreien Widerstandes zunächst in Südafrika und dann in Indien umgesetzt hat. Im nachfolgenden Aufsatz stellt Frank Kürschner-Pelkmann dar, wie komplex der Widerstand der Dalit-Christen in den Kirchen und in der indischen Gesellschaft ist:

Eine Schwierigkeit für die christlichen Dalits besteht darin, dass sie parallel für die Emanzipation in den Kirchen und für ein Ende der Diskriminierungen in der Gesellschaft kämpfen müssen. Dalits, die sich nicht in überkommene Unterordnungsverhältnisse fügen wollen, werden immer häufiger das Opfer militanter Aktionen von Hindus und vor allem von Hindu-Fundamentalisten. Gesellschaftlich aktive Dalit-Christen sind in besonderem Maße Ziel von Angriffen, gehören sie doch gleich zwei Gruppen an, die die uneingeschränkte Vorherrschaft des Hinduismus in Frage stellen. Und selbstverständlich ist Hindu-Fundamentalisten bewusst, das Kirchen, die die Diskriminierung der Dalits abschaffen, sehr viel attraktiver für Dalits sind, die die Religionszugehörigkeit wechseln wollen, um Demütigungen und Benachteiligungen zu entgehen.

In besonderer Weise sind christliche Dalit-Frauen in diesem System diskriminiert. Um so beachtlicher ist, wie sich ein breiter Dalit-Widerstand formiert hat, dem Frauen und Männer aus allen Religionsgemeinschaften angehören. Parallel haben christliche Dalits bereits beachtliche Erfolge im Kampf gegen ihre Benachteiligung in den Kirchen erzielt.

In weiteren Beiträgen des Themenheftes von „Südasien“ geht es u.a. um den bewaffneten Kampf von Naxaliten und Maoisten in Indien, den Aufstand der Maoisten in Nepal, die aktuellen politischen Konflikte in Afghanistan sowie die Frage der Gewaltfreiheit in der paschtunischen Gesellschaft in Pakistan.

Weitere Informationen zu diesem Themenheft finden Sie unter: asienhaus.de.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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