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aktuelles --- 14.01.2007 ---

Commerzbank empfiehlt Anteile von Wasserunternehmen

Logo des Commerzbank Journal

„Weitsichtige Investoren setzen schon heute auf einen Megatrend der nächsten Jahrzehnte: die Gewinnung und Aufbereitung von Trinkwasser.“ So steht es in einem Beitrag des „Commerzbank Journal“ vom Dezember 2006. Es ist anschließend davon die Rede, dass ein bestimmter Fonds „außergewöhnliche Gewinnchancen bei überschaubarem Risiko“ biete.

In dem Beitrag zur Beratung von Anlegern wird dann Bernd Riedel zitiert, Investment- und Fondsstratege der Commerzbank: „Unvorstellbar, aber etwa 1,3 Milliarden Menschen rund um den Globus haben keinen ständigen Zugang zu sauberem Trinkwasser.“ Dazu heißt es im Beitrag: „Erstaunlich und tragisch zugleich“. Daraus wird geschlossen, dass Wasser immer wertvoller werde: „Eine Investition - im weitesten Sinne - in Wasser dürfte also umso lohnender sein.“ Wie in vielen ähnlichen Artikeln für Anleger wird von der Wassernot von mehr als einer Milliarde Menschen direkt zu den glänzenden Gewinnaussichten für Anleger übergegangen.

Bei der Darstellung der Anlagemöglichkeiten heißt es: „Allerdings: Wasser wird bislang, anders als andere Rohstoffe und Energieträger wie Öl, Strom, Gold, Kupfer oder auch Getreide, nicht direkt an der Börse gehandelt.“ Bemerkenswert ist hier das Wort „bislang“. Es macht deutlich, was Gegner einer Kommerzialisierungs- und Privatisierungspolitik schon länger befürchten: Wasser droht vom gemeinsamen Gut der Menschheit zu einer Ware wie jede andere gemacht zu werden. Konsequenz: Wer sich den Kauf der Ware nicht leisten kann, hat Pech gehabt und geht auf diesem Markt leer aus.

Ganz anders sind die Perspektiven für Kapitalanleger. „Mit Wasser können Anleger auf vielfältige Weise Geld verdienen“, wird in dem Beitrag Fondsmanager Hans-Peter Portner zitiert. In dem von ihm verwalteten Fonds, so erfahren die Leserinnen und Leser, „dominieren derzeit mit einem Anteil von knapp 50 Prozent die Wasserversorger“. Das sind die Unternehmen, die sich sowohl in europäischen Ländern wie Frankreich und England als auch im Süden der Welt durch zahlreiche Skandale und eklatante Misswirtschaft einen denkbar schlechten Ruf erworben haben - das steht nicht in dem Beitrag, und deshalb fehlt auch der Hinweis, dass man außer Kapital auch ein erhebliches Maß an Verantwortungslosigkeit braucht, um sich an den hohen Renditen solcher Aktien zu erfreuen. Unkritisch wird in dem Beitrag auch auf die Unternehmen verwiesen, die einen ansehnlichen Teil ihres Umsatzes mit Mineralwässern machen. Positiver zu bewerten ist: „Nicht wenige Unternehmen sind darauf spezialisiert, aus Salzwasser Trinkwasser zu machen oder Brauchwasser aufzubereiten - Umwelttechnologien also, die für einen nachhaltigen Umgang mit der immer knapper werdenden Ressource Wasser stehen“. Ob das ausreicht, um trotz all der anderen in den Portfolios der Wasserfonds enthaltenen Unternehmen in diese Fonds zu investieren, muss jeder und jede selbst entscheiden. Gerade im Wasserbereich gibt es häufig die Alternative: Gewinn oder Gewissen.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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