Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 02.04.2007 ---

Wasserkrise in Nahost

Das Titelbild des „Schneller-Magazin“ zeigt den Wasserverkauf aus einem Tanklastwagen im Gaza-Streifen;

Die Ausgabe 1/2007 der Zeitschrift „Schneller-Magazin“ hat den Themenschwerpunkt „Wasserkrise in Nahost“. In dem Heft stellt Wiltrud Rösch-Metzler die Wassersituation der Palästinenser dar. Sie schreibt u.a.:

In den palästinensischen Gebieten ist die Wasserknappheit laut UNDP (UN-Entwicklungsprogramm) eine der weltweit schlimmsten. Einem Palästinenser stehen nur 320 Kubikmeter pro Jahr zur Verfügung, eine Menge, die an der absoluten Knappheitsgrenze liegt. Diese Knappheit entstand durch die ungleiche Wasserverteilung zwischen Israel und Palästina und verschärft sich durch das Bevölkerungswachstum. Obwohl die israelische Bevölkerung nur knapp doppelt so groß ist wie die palästinensische, verbrauchen die Einwohner Israels siebeneinhalbmal so viel Wasser. Und israelische Siedler in der Westbank verbrauchen noch einmal doppelt soviel Wasser wie Israelis im Staatsgebiet ... Der Bau der Mauer hat die Wasserknappheit verstärkt, da seitdem einige der palästinensischen Brunnen westlich der Mauer liegen und für Palästinenser nicht mehr zugänglich sind.

Die Zeitschrift, die vom „Evangelischen Verein für die Schneller Schulen“ herausgegeben wird, der mit dem Evangelischen Missionswerk in Südwestdeutschland verbunden ist, veröffentlicht außerdem einen Beitrag von Frank Kürschner-Pelkmann zum virtuellen Wasserverbrauch im Nahen Osten. Um ein Kilogramm Zitronen wachsen zu lassen, sind 1.000 Liter Wasser erforderlich. Dieser unsichtbare („virtuelle“) Wasserverbrauch ist in der Landwirtschaft in Israel, Jordanien und den anderen Staaten der Region besonders hoch und trägt entscheidend zur heutigen Wasserknappheit bei. Zu den Folgen wird in dem Beitrag berichtet:

Nachdem die wenigen Flüsse wie der Jordan bereits völlig übernutzt sind, wird zunehmend Grundwasser in Obst und Gemüse verwandelt. Aber auch Weizen wird mitten in der Wüste angebaut. Länder wie Ägypten streben einen höheren Grad an Autarkie bei diesem Grundnahrungsmittel an. Aber in heißen Regionen der Welt sind 3.000 und mehr Liter Wasser erforderlich, um ein Kilogramm Weizen zu ernten, doppelt so viel wie in klimatisch gemäßigten Zonen.

Frank Kürschner-Pelkmann plädiert in dem Beitrag dafür, dass Politikern und Bevölkerung im Nahen Osten der hohe virtuelle Wasserverbrauch deutlicher bewusst gemacht werden muss, damit dies die Entscheidungen über einen weiteren wasserintensiven Ausbau der Landwirtschaft beeinflusst. Außerdem gelte es, verstärkt wassersparende Bewässerungstechniken einzuführen.

Ebenso notwendig ist es, den individuellen Wasserverbrauch zu vermindern. Deshalb engagiert sich die Theodor-Schneller-Schule in Amman für umweltpädagogische Maßnahmen. Freiwillige aus Deutschland an dieser kirchlichen Schule haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht, wie die Kinder mit dem kostbaren Wasser umgehen. Susanne Henning schreibt im „Schneller-Magazin“, sie gehen „eher verschwenderisch mit Wasser um, lassen den Wasserhahn einfach laufen und begreifen gar nicht, was ich will, wenn ich sie darauf aufmerksam mache“. Demgegenüber hat Matthias Knecht Erfolge der Umweltpädagogik beobachtet: „Die meisten Jungen achten darauf, dass nichts verschwendet wird.“

In weiteren Beiträgen des Heftes geht es um die Wassersituation der Schneller-Schule in Khirbet Kanafar im Libanon, die Wasserverschwendung des Tourismusbereichs im Nahen Osten, die Folgen der Ölkatastrophe an der libanesischen Küste und das „lebendige Wasser“ in der Bibel. Andreas Maurer schreibt im Editorial des Heftes:

Wasser ist Quelle des Lebens und auch Zeichen für das neue, das andere Leben in Christus. Wie wichtig diese Tragkraft für unser Leben ist, können wir bei unseren Partnern im Nahen Osten immer wieder neu lernen.

Foto: Martina Waiblinger, Copyright: Evangelisches Missionswerk in Südwestdeutschland

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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