Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 29.06.2007 ---

Religionen in Asien im 21. Jahrhundert

Im 21. Jahrhundert ist Religion gerade in den prosperierenden sozialen Schichten Südasiens durchaus präsent, und zwar mehr noch als im 20. - sowohl im Alltag in Form von öffentlicher und privater Frömmigkeit als auch in Form von Proklamationen öffentlicher Moral und von Identitätspolitiken, die sich auf religiöse Ressourcen beziehen, diese bestärken, nationalistisch einbinden oder politisch instrumentalisieren.
Titelseite der Zeitschrift Südasien

So beschreibt Heinz Werner Wessler im Editorial der Ausgabe 2/2007 der Zeitschrift „Südasien“ die wieder zunehmende Bedeutung der Religion in Indien und seinen südasiatischen Nachbarstaaten. Thema des Heftes ist: „Kulturkampf und Vision - Religion im 21. Jahrhundert“.

Nadja-Christina Schneider stellt in einem ausführlichen Beitrag dar, warum Hindus in Indien zum Islam übertreten und welche religiösen und politischen Konflikte damit verbunden sind. Daran schließen sich die Wiedergabe einer Diskussionsrunde zur Konversion zum Buddhismus und ein Beitrag von Sudhir Chandra zum Religionswechsel von Hindus aus den oberen Schichten zum Christentum an. Diese Beiträge helfen zu verstehen, warum der Übertritt vom Hinduismus zu anderen Religionsgemeinschaften ein auch politisch brisantes und kontrovers diskutiertes Thema in Indien ist. In weiteren Beiträgen des Heftes geht es u.a. um zum Buddhismus übergetretene Dalits, den Einfluss des Hindu-Nationalismus auf die indische Politik, Formen der Volksfrömmigkeit in Afghanistan, unterschiedliche islamische Richtungen in Pakistan und es wird die Religionsgemeinschaft der Parsen vorgestellt.

Ein Beitrag über das kirchliche Bildungswesen in Indien trägt den provokanten Titel „Im Dienste der Elite?“. Frank Kürschner-Pelkmann stellt dar, mit welchen Konzepten die kirchliche Bildungsarbeit begonnen wurde und wie sich manche Bildungseinrichtungen zu Elite-Schulen entwickelt haben, die auch eine große Zahl von Nicht-Christen aus der indischen Oberschicht überzeugt haben, hier ihre Kinder einzuschulen. Dieser Erfolg wirft auch Konflikte auf, heißt es in dem Beitrag:

Die Leitungen vieler Kirchen haben erkannt, dass sich das bisherige Elite-Schulkonzept nicht nur aus dem christlichen Glauben heraus schwer rechtfertigen lässt, sondern auch innerkirchlich auf immer mehr Widerstand stößt. Die Katholische Bischofskonferenz Indiens hat sich im Februar 2006 deutlich geäußert. Sie setzt sich für die Reservierung von Plätzen für die Armen (vor allem Adivasi und Dalits) in den Schulen ein, ebenso für die Förderung von Mädchen. Die Benachteiligung aufgrund der Kastenzugehörigkeit auch in den Kirchen wird von den Bischöfen als Sünde bezeichnet und scharf verurteilt ... Immer wieder fordern kirchliche Gremien die Schulen auf, deutlich mehr Kinder aus sozial benachteiligten Familien aufzunehmen und gleichzeitig im Unterricht mehr Gewicht auf die Stärkung des sozialen Verantwortungsbewusstseins zu legen.

Mehr Informationen zum Heft finden Sie auf der Website des Asienhauses unter Südostasien.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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