Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 14.11.2007 ---

Südwind-Magazin: Sanitäre Versorgung

Titelseite des Südwind-Magazins

Das österreichische entwicklungspolitische Magazin „Südwind“ hat die „Sanitäre Versorgung“ zum Schwerpunkt des November-Heftes 2007 gemacht. Brigitte Pilz in der Einführung zum Themenschwerpunkt:

Wir sprechen nicht viel über Toiletten und Co. Das Thema ist fast überall auf der Welt mit einem Tabu belegt. Wir erzählen uns nur ausführliche Klo-Geschichten, wenn wir von Reisen in arme Länder zurückkommen. Der Zustand bzw. das Nichtvorhandensein von entsprechenden Toiletten-Anlagen ist aber für die dortige Bevölkerung mehr als eine „Pfui- und Bäh“-Story. Die Folgen sind vielmehr Ursache für mühselige Alltagsbewältigung, für Krankheiten, Todesfälle besonders bei Kleinkindern und vieles mehr. Unsere AutorInnen zeigen auf, wie vielfältig mangelnde sanitäre Grundversorgung das Leben der Betroffenen beeinflusst. Dabei gäbe es ausreichende technische Lösungen. Es bedarf aber auch gesellschaftlicher Veränderungen - sowohl dort, wo durch Reichtum immer neue Armut produziert wird, als auch dort, wo Menschen gefordert sind, Missstände nicht zuletzt durch Eigeninitiative zu verbessern.

In einem Beitrag des Heftes geht es um das Fehlen einer sanitären Grundversorgung für viele Bewohnerinnen und Bewohner der aufstrebenden indischer Großstadt Bangalore und die Erkenntnis, dass die Probleme nicht rein technisch gelöst werden können. Erforderlich ist vielmehr, so wird in dem Heft gezeigt, eine Einbeziehung der Betroffenen in die Lösung der sanitären Probleme. Unter dem Titel „Ein Problem stinkt zum Himmel“ gibt Frank Kürschner-Pelkmann einen Einblick in Ausmaß, Ursachen und Lösungskonzepte für die sanitäre Misere. Er schreibt u.a.:

Kaum irgendwo zeigt sich die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich so krass wie bei der sanitären Versorgung. Wer nach Höherem strebt und das nötige Geld dafür hat, für den ist Singapur ein Vorbild. Hier werden die öffentlichen WCs mit Sternen ausgezeichnet. Und wer sich trauen sollte, eine der Fünf-Sterne-Toiletten zu verschmutzen, muss mit einer empfindlich hohen Geldstrafe rechnen. Der Stadtstaat verfügt inzwischen sogar über eine „Toiletten-Akademie“, deren AbsolventInnen dafür sorgen, dass die Standards weiter erhöht werden. Jedes Jahr wird eine der öffentlichen Anlagen mit dem „Happy Toilet“-Preis ausgezeichnet. Auch in China greift man inzwischen nach den Sternen und zeichnet vorbildliche öffentliche Toiletten aus - jedenfalls in Beijing, wo man sich zur Olympiade 2008 auch in dieser Hinsicht als Weltstadt präsentieren will. Bereits 2004 verkündete Liang Guangsheng, stellvertretender Vorsitzender des Stadtrates von Beijing das Ziel: „Wir streben an, saubere, zivilisierte, energiesparende, angenehme und umweltfreundliche Toiletten zu bauen.“ Darauf müssen die meisten ChinesInnen allerdings noch warten. 2004 hatten erst 44% von ihnen den Zugang zu gesundheitlich unbedenklichen Toiletten. Es ist ein schwacher Trost, dass man den Konkurrenten Indien (33%) weit abgehängt hat. In China hat sich die Anschlussrate allerdings seit 1990 fast verdoppelt und in Indien mehr als verdoppelt, und es ist zu erwarten, dass der Zugang zu Toiletten weiter stark ansteigt.

Den vollständigen Beitrag können Sie online lesen: Ein Problem stinkt zum Himmel.

Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der Website des Magazins Südwind.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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