Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 17.11.2007 ---

Brücken bauen für Versöhnung und Frieden

Logo des WACC-Kongresses

Die „Weltvereinigung für Christliche Kommunikation“ (World Association for Christian Communication - WACC) bereitet gegenwärtig einen internationalen Kongress zum Thema „Kommunikation ist Frieden: Lebensfähige Gemeinschaften aufbauen“ vor, der vom 6.-10. Oktober 2008 in Kapstadt/Südafrika stattfinden wird. Zu der Veranstaltung werden 350 Kommunikatorinnen und Kommunikatoren aus aller Welt erwartet.

Zur Vorbereitung des Kongresses veröffentlicht WACC verschiedene Beiträge, die unterschiedliche Aspekte des Konferenzthemas beleuchten.


Philip Lee

Der nachfolgende Beitrag wurde von Philip Lee verfasst, dem Stellvertretenden Programm-Direktor der Weltvereinigung für Christliche Kommunikation.

Auf der WACC-Website finden Sie auf Englisch und Deutsch weitere Informationen und inhaltliche Beiträge zum Kongress in Kapstadt (siehe unten).

Eines ist klar: Zwischen dem Leben der Menschen in der Stadt und dieser Brücke bestand seit Jahrhunderten eine enge Verbindung. Ihr Schicksal war so eng miteinander verwoben, dass man sie sich getrennt nicht vorstellen konnte. Deshalb ist die Geschichte des Baus und des Schicksals der Brücke gleichzeitig auch eine Geschichte des Lebens der Stadt und ihrer Menschen, von Generation zu Generation. (Ivo Andric) (1)

1566 hat der osmanische Architekt Mimar Hajrudin eine Steinbrücke über den Fluss Neretva in Mostar im heutigen Bosnien gebaut. Im Laufe der Zeit wurde die Brücke zum Symbol der fortbestehenden Toleranz zwischen den Völkern am Fluss - den bosnischen Kroaten (vor allem Katholiken) und den bosnischen Muslimen. Aber dann wurden 1993 in einem Krieg 150.000 Menschen getötet und die alte Brücke mit Artillerie und Panzern in einem Akt des kulturellen Vandalismus zerstört. Elf Jahre später haben Ingenieure eine exakte Kopie gebaut und dabei Steine der ursprünglichen Brücke verwendet und weitere Steine in dem Steinbruch brechen lassen, der für den ersten Brückenbau gedient hatte. Die Brücke wurde am 23. Juli 2004 eröffnet.

Die Brücke in Mostar steht ganz konkret für die Möglichkeit der Versöhnung. Sie ist eine Metapher für Kommunikation und Dialog, dafür, dass der Austausch über grundlegende Fragen des Lebens zu einem größeren gegenseitigen Verständnis und einer friedlichen Koexistenz führen kann. Aber man muss über diese Brücke gehen. Es macht keinen Sinn, immer auf der einen Seite zu bleiben und nie den Fuß auf die andere Seite zu setzen. Die Metapher von der Kommunikation als Brücke beinhaltet auch, dass man seinen Standort und seine Einstellungen verändert und bereit ist, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Zumindest müssen Menschen bereit sein, sich auf halbem Wege zu treffen. Das ist eine Möglichkeit zu formulieren, was Versöhnung ist.

Von der Intoleranz zur Toleranz

Massenmedien und lokale Medien befriedigen den unstillbaren Appetit der Menschen auf Nachrichten und Unterhaltung. Sehr oft verstärken sie dabei Weltanschauungen, Einstellungen und Auffassungen, und sehr viel seltener stellen sie Annahmen und Vorurteile infrage. Wenn Medien unabhängig vom Druck von Regierungen und großen Unternehmen arbeiten und wenn sie aktiv eine Ethik des Dienstes an der Öffentlichkeit verfolgen, besteht eine größere Aussicht, dass sie alternative Auffassungen darstellen, investigativen Journalismus betreiben und Probleme und Akteure benennen.

Viele Medienfachleute betonen, dass dann, wenn nationale und transnationale Medienkonglomerate den überwältigenden Teil der Zeitungen, Magazine, Filmunternehmen, Fernseh- und Radiosender sowie Buchverlage kontrollieren, die Vorstellung vom Dienst an der Öffentlichkeit rasch aus dem Blick gerät. Weil aber Toleranz und Intoleranz tief in die Kultur - in Sprache, Bildung, Politik, Religion, sozialen Beziehungen und Geschichtenerzählen - eingebettet sind, wird Intoleranz sich ausbreiten, wenn diejenigen, die für die Gestaltung der Medien verantwortlich sind, nicht überzeugt werden können, kritisch zu reflektieren, auf welche Weise Intoleranz verstärkt wird. Und umgekehrt gilt: Wenn sie bereit sind, über Fragen der Toleranz nachzudenken, dann kann die Toleranz wachsen.

Es muss allerdings bedacht werden, dass Toleranz kein unproblematisches Konzept ist. Bedeutet Toleranz, etwas oder jemanden zu ertragen (negative Toleranz) oder bedeutet es, einander wirklich zu akzeptieren (positive Toleranz)? Dieses zweite Konzept ist vielleicht am besten beschrieben in der „Erklärung von Prinzipien der Toleranz“ der UNESCO aus dem Jahre 1995:

Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt, unserer Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen unseres Menschseins in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt. Gefördert wird sie durch Wissen, Offenheit, Kommunikation und durch Freiheit des Denkens, der Gewissensentscheidung und des Glaubens. Toleranz ist Harmonie über Unterschiede hinweg. Sie ist nicht nur moralische Verpflichtung, sondern auch eine politische und rechtliche Notwendigkeit. Toleranz ist eine Tugend, die den Frieden ermöglicht, und trägt dazu bei, den Kult des Krieges durch eine Kultur des Friedens zu überwinden.

Um Toleranz zu verwirklichen, bedarf es verschiedener Schritte, und es ist wichtig, Kultur, Religion, Sprache, Geschichtenerzählen und Kommunikation im weitesten Sinne des Wortes einzubeziehen. Nur so kann man sich den komplexen Fragen in Zusammenhang mit der Toleranz annähern und ein eigenes Verständnis von Toleranz entwickeln. Wie das folgende Beispiel zeigen, können diejenigen, die in den Massenmedien arbeiten, den Grad der Toleranz in einer Gesellschaft erhöhen, indem sie eben diese Schritte tun.

Ben X

Beim „Montreal World Film Festival 2007“ war der herausragende Gewinner des „Grand Prix des Amériques“, des „Ecumenical Jury Prize“ und des „Public Award“ der populärste Film des Festivals, der Film „Ben X“ des belgischen Regisseurs Nic Balthazar.

Balthazar konnte bereits auf eine Karriere als Filmkritiker und Moderator von Fernsehshows zurückblicken, als er gebeten wurde, ein Buch für junge Leute zu schreiben. Zu diesem Zeitpunkt hatte er gerade eine Meldung über den Tod eines jungen Autisten gelesen, in der die Mutter mit der Aussage zitiert wird: „Nichts kann mich trösten.“ Während er sein Buch schrieb, stellte Balthazar fest, dass er dieser Frau keinen Trost zusprechen, wohl aber Verständnis und Sympathie entgegenbringen konnte. Er nannte sein Buch „Nichts war alles, was er sagte“. Nach der Veröffentlichung des Buches wurde er gebeten, daraus ein Theaterstück zu entwickeln, und später entschloss er sich, auf der Grundlage des Buches einen Film zu produzieren.

In der frühen Kindheit wurde diagnostiziert - oder es wurde ihm in der Sprache des Films ein „Etikett aufgeklebt“ -, dass Ben eine milde Form von Autismus habe. Seine Mutter ist entschlossen, ihm dabei zu helfen, den Terror einer Technischen Oberschule zu überstehen, wo die größten Gefahren für ihn von Schlägertypen ausgehen, die ihn peinigen, und von Klassenkameraden, die über sein Leid lachen.

Ben weiß es nicht, aber es gibt Erwachsene und junge Leute, die mit ihm in Verbindung treten möchten. Vor allem seine Mutter zeigt ihm unentwegt ihre Liebe, indem sie sich einstellt auf sein zwanghaftes Handeln und ihn jeden Morgen mit einer Umarmung in die Schule schickt, die er nicht erwidert. Zwei Lehrer zeigen ihr Mitgefühl mit Ben, und mehrere seiner Klassenkameraden scheinen ihm helfen zu wollen. Aber er ignoriert sie.

In der Zufluchtstätte seines Zimmers reagiert Ben seine Frustration und seinen Zorn ab, indem er sich mit den künstlichen Figuren seines geliebten interaktiven Videospiels „ArchLord“ identifiziert. Im Film gibt es Szenen, in denen Ben sich durch den Cyberspace bewegt in der Rolle des ArchLord, des „absoluten Herrschers“ von Chantra, der seine Welt dadurch unter Kontrolle behält, dass er Monster vernichtet.

Eine junge Cyberspace-Frau, Scarlite, kämpft an Bens Seite. Sie wird so real, dass beide in einem örtlichen Coffeeshop über seine Zwangsvorstellung von einem Selbstmord diskutieren. Scarlite argumentiert mit starken Worten, dass Selbstmord keine Lösung von irgendeinem Problem ist. Ben weiß, dass Scarlite Recht hat. Ihre bewegende Geschichte endet damit, dass Ben und Scarlite sich mit ihren Eltern zusammentun, um die Zukunft zu gestalten.

Der Film beschäftigt sich mit Schikanen, Selbstmord junger Menschen, Drogen, Isolation, fehlendem Verständnis, Scheidung, Anders Seins, Aggression und die Bereitschaft zum Trösten. Dies geschieht in bewegenden Bildern und Worten, die Menschen überall auf der Welt anrühren, Gefühllosigkeit und Selbstgefälligkeit brandmarken und die Zuschauerinnen und Zuschauer dazu herausfordern, über ihre eigenen Vorurteile nachzudenken. Der Film fördert eine größere Toleranz. Aber ist das genug?

Von der Toleranz zur Versöhnung

„Und am Ende all unserer Entdeckungen werden wir dort ankommen, wo wir aufgebrochen sind, und lernen diesen Ort das erste Mal kennen“, schrieb der Dichter T.S. Eliot in „Vier Quartette“. Versöhnung könnte genau das sein: dass wir uns auf eine Reise begeben und am Ende dort wieder ankommen, wo wir aufgebrochen sind, wobei wir aber gelernt haben, diesen Ausgangspunkt neu wahrzunehmen. Mit anderen Worten ist Versöhnung ein Prozess, und die Massenmedien können dazu beitragen, ihn zu fördern oder aber zu behindern.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie Massenmedien und lokale Medien ein größeres gegenseitiges Verstehen fördern können. Sie können eine ausgewogene Nachrichtenberichterstattung anbieten, unterschiedliche Auffassungen darstellen, Beispiele für Toleranz herausstellen und Alltagsgeschichten von Menschen nachgehen, die sich für positive Veränderungen einsetzen. Wenn sie Herzen und Verstand der Menschen erreichen, haben Massenmedien und lokale Medien die Macht, die Art und Weise zu beeinflussen, in der Menschen denken und handeln.

Propaganda und eine verzerrte Berichterstattung waren in den 1990er Jahren in Bosnien vor und nach den Massakern der Serben weit verbreitet. Im Norden des Landes waren die Menschen ständig serbischen Programmen ausgesetzt, die das Ziel hatten, zu Hass und Gewalt anzustacheln. Medien wurden so manipuliert, dass die Unterstützung für eine Politik und Strategien gefördert wurde, deren Ziele menschliches Leiden und Verbrechen gegen die Menschheit waren. So kann es nicht verwundern, dass die Zerstörung der Brücke in Mostar zu einem Medien-„Ereignis“ wurde, das das Zerbrechen von Gemeinschaft und den Zusammenbruch von Kommunikation symbolisierte.

In jüngster Zeit tragen lokale Radiosender in Bosnien dazu bei, Vertrauen und Gemeinschaftsgefühl wiederherzustellen. Das Projekt „Unsere Stadt, unsere Zukunft“ des „BBC World Service Trust“ nutzt Hörspiele und Programme unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung, um Demokratisierung, verantwortungsbewusste Politik und Rechtsstaatlichkeit in Bosnien-Herzogowina zu fördern. Die Hörspielreihe „Wohin sollen wir uns bewegen?“ wurde vom September bis Dezember 2005 von 28 lokalen Radiosendern in Bosnien-Herzegowina ausgestrahlt.

In den Sendungen stand die Thematik lokale staatliche Politik in Bosnien-Herzegowina im Mittelpunkt. Die Hörspiele richteten sich an Staatsangestellte und ihre Familien, Lokalpolitiker und die breite Bevölkerung, die auf ein Funktionieren staatlicher Einrichtungen angewiesen ist. Die Programme sollten das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig ein gut funktionierender staatlicher Bereich ist, und Beispiele für zuverlässig arbeitende Verwaltungen geben. Die Stärke der Programme bestand darin, dass Satire und Humor genutzt wurden, um ernste Themen anzusprechen. Jede Episode behandelte ein bestimmtes Thema, zum Beispiel Transparenz, Verantwortungsbewusstsein, Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen, illegale Bauten und Probleme der Menschen, die geflüchtet waren und nun zurückgekehrt sind.

Die lokale Bevölkerung wurde ermutigt, sich an der Erarbeitung der einzelnen Folgen aktiv zu beteiligen. Hierfür wurde zu lokalen Gesprächsrunden und zu Gruppen eingeladen, die sich mit einzelnen Themen beschäftigten. Die Hörspielreihe wurde begleitet von live gesendeten Diskussionsprogrammen, an denen sich die Zuhörerinnen und Zuhörer am Telefon beteiligen und Probleme und mögliche Lösungen erörtern konnten, die in dem jeweiligen Hörspiel aufgeworfen worden waren. Diese Diskussionssendungen wurden unmittelbar nach den einzelnen Episoden von allen an dem Projekt beteiligten Radiosendern ausgestrahlt.

Wenn wir über sinnvolle Wege zur Stärkung einer positiven Toleranz nachdenken und Versöhnung erreichen wollen, müssen wir wahrnehmen, dass der erste Schritt auf diesem Weg die Wiederherstellung von Kommunikation ist. Wenn es beim Prozess der Versöhnung darum geht, zerbrochene Beziehungen wiederherzustellen, dann muss über die Ursachen für das Zerbrechen der Beziehungen und die Verantwortung für den Konflikt gesprochen werden. Und weil einem Zusammenbruch der Kommunikation oft ein Zusammenbruch des Vertrauens vorausgeht, muss auch das gegenseitige Vertrauen wiederhergestellt werden.

Vertrauen kann allerdings nur entstehen, wenn die Wahrheit vermittelt und - was besonders wichtig ist - die Menschenwürde aller in umfassender Weise anerkannt wird, die an dem Disput oder Konflikt beteiligt sind. Dies gehört zu einer genuinen Kommunikation, die eine Schlüsselrolle im Prozess der Versöhnung hat.

Brücken der Versöhnung bauen

Massenmedien und lokale Medien können helfen, Brücken zu bauen. Deshalb haben die Menschen, die in den Medien arbeiten, eine große Verantwortung, akkurat, ausgewogen und fair zu berichten und zu vermitteln, was es bedeutet, ein verantwortungsbewusster Bürger oder eine verantwortungsbewusste Bürgerin zu sein. Javier Ciurlizza hat herausgearbeitet, dass dies nur erreichbar ist, wenn

  • die Ausbildung und die professionellen Fähigkeiten der Journalistinnen und Journalisten weiterentwickelt werden und dies besonders in Fragen der Ethik, der demokratischen Prinzipien und der Menschenrechte;
  • die Mechanismen der Selbstregulierung der Medien gestärkt und die Mandate der Regulierungskörperschaften erweitert werden, damit sie die Verpflichtung der Medien einfordern können, die Öffentlichkeit umfassend zu informieren;
  • ethische Kodizes entwickelt werden, die für alle Medien verbindlich sind;
  • Prinzipien der Transparenz und der professionell ausgerichteten Entscheidungsfindung darüber durchgesetzt werden, wie Medien über bestimmte Themen berichten;
  • Möglichkeiten entwickelt werden, wie Bürgerinnen und Bürger die Medienberichterstattung systematisch beobachten können im Blick auf ethische Fragen und Bürgerrechte;
  • in den Medien regelmäßig Platz oder Sendezeit dafür zur Verfügung steht, dass Hörer und Zuschauer ihre kritischen Beobachtungen und Reaktionen zur Medienberichterstattung darstellen können. (2)

Aber all dies ist noch keine Garantie dafür, dass Brücken die positive Funktion erfüllen, auf die man hofft. Ein Sprichwort besagt, dass man Pferde zum Wasser führen, aber nicht unbedingt dazu bringen, dann auch zu saufen. In gleicher Weise kann man zwar Menschen zu einer Brücke führen, aber nicht dazu bringen kann, diese Brücke auch zu überschreiten. In Mostar, wo die wiederhergestellte alte Brücke erneut zwei Gemeinschaften verbindet, gibt es immer noch starke Differenzen. Das östliche Ufer wird von Muslimen bewohnt und der moderne Stadtkern im Westen von Kroaten. Als die Brücke wieder eröffnet wurde, sagte der damalige Generaldirektor der UNESCO, Koïchiro Matsuura, dass sie ein „Symbol der Versöhnung“ sei. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit.

Die neue Brücke wird die tiefen psychologischen Traumata nicht heilen, die durch "ethnische Säuberungen" und separatistische Bestrebungen hervorgebracht wurden und die immer noch in der heutigen bosnischen Gesellschaft unter der Oberfläche vorhanden sind. Auch wird die Brücke die Probleme des sozialen Ausschlusses und der Armut nicht lösen, mit denen Jung und Alt in einem Land konfrontiert sind, in dem vor allem Frauen weiterhin großes Leid erfahren. In dem UNDP-Bericht „Social Exclusion in Bosnia and Herzegovina“ aus dem Jahre wird festgestellt:

Soziale Gender-Unterschiede sind zehn Jahre nach dem Ende des Krieges stärker ausgeprägt als in der Vorkriegszeit. Gründe dafür sind der Krieg selbst und das Zerstörungswerk des rassischen Nationalismus. Das soziale und politische Klima, das ganz direkt von diesen Kräften ausgelöst worden ist, blockiert alle progressiven Veränderungen. Verglichen mit der sozialen Dynamik im übrigen Europa bleibt Bosnien-Herzegowina moralisch und sozial rückständig.(3)

Die Stadt Mostar ist immer noch entsprechend der ethnischen Zugehörigkeit geteilt. Das Bildungssystem, das Gesundheitssystem und sogar die Sportvereine sind nicht bereit, Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen. Und viele Menschen sind nicht bereit, sich auf halbem Wege zu treffen, geschweige denn die Brücke zu überqueren. Diejenigen, die in Massenmedien und lokalen Medien arbeiten, können nichtsdestoweniger die Menschen dazu ermutigen, die Möglichkeit der Versöhnung ernst zu nehmen. Sie können untersuchen, fragen, das gegenseitige Verständnis und die Toleranz vergrößern. Stein für Stein können sie daran mitwirken, eine bessere Welt aufzubauen.


Anmerkungen

  • 1. The Bridge over the Drina, by Ivo Andric, originally published in Belgrade, Yugoslavia (1945). London: The Harvill Press (1995), p. 21.
  • 2. 'Verdad, comunicación y reconciliación' by Javier Ciurlizza, Director of Peru's Institute for Democracy and Human Rights at the Pontifical Catholic University of Peru. April 2005. http://palestra.pucp.edu.pe/index.php?id=123
  • 3. National Human Development Report 2007

Die Weltvereinigung für Christliche Kommunikation fördert Kommunikation, die zu sozialen Veränderungen beiträgt. WACC ist überzeugt, dass Kommunikation ein grundlegendes Menschenrecht ist, das das gemeinsame Menschsein prägt, Kulturen stärkt, Partizipation ermöglicht, Gemeinschaft entstehen lässt und Tyrannei und Unterdrückung infrage stellt.

Übersetzung aus dem Englischen: Frank Kürschner-Pelkmann

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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