Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 26.11.2007 ---

Die Verleihung der „Goldenen Giraffe“

Logo des Eine-Welt-Preises

Alle zwei Jahre vergibt die Nordelbische Kirche den Eine-Welt-Preis. Ausgezeichnet werden Gruppen und Einzelpersonen, die sich für mehr Gerechtigkeit in der Einen Welt einsetzen. Für die „Goldene Giraffe“ 2008 sind etwa 40 Initiativen und Personen vorgeschlagen worden - ein Zeichen für die große Breite der ökumenischen und entwicklungspolitischen Arbeit in Hamburg und Schleswig-Holstein.

„Entwicklungspolitisches Engagement braucht einen langen Atem - und gerade deshalb immer wieder Ermutigungen. Eine solche Ermutigung ist der Eine-Welt-Preis der Nordelbischen Kirche.“ Mirjam Freytag kennt als Beauftragte für Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordelbischen Kirche zahlreiche Gruppen, die sich seit vielen Jahren zum Beispiel in der Partnerschaftsarbeit, in der Migrationsarbeit oder im Fairen Handel engagieren. Sie haben einen langen Atem bewiesen und sorgen dafür, dass Menschen „über den Tellerrand“ schauen und sich für die gemeinsame Zukunft in der Einen Welt einsetzen.

Als sich die Nordelbische Kirche Anfang der 1990er Jahre mit dem Thema „Weltwirtschaft und Entwicklung“ befasste, mochte das zunächst eher etwas abstrakt klingen. Aber rasch wurde deutlich, wie stark Fragen der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und der fehlenden Gerechtigkeit die Menschen in unseren Kommunen und Kirchengemeinden ganz direkt betreffen - und noch mehr die Partner im Süden der Welt. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie groß das Engagement für die Eine Welt in unseren Kirchen und unserer Gesellschaft ist. Das galt es stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen.

Michael Dülge, lange Jahre der Beauftragte der Nordelbischen Kirche für den Kirchlichen Entwicklungsdienst, erinnert sich, warum die Synode der Kirche dafür einen Preis gestiftet hat: „Mit dem ‚Förderpreis Eine Welt' wollte die Synode Gruppen, Gemeinden und Einzelpersonen in ihrem Engagement für eine gerechtere Welt würdigen und sie zur Weiterarbeit ermutigen. Mit dem Hervorheben des Beispielhaften solchen Engagements wollte sie zur Nachahmung ermuntern und zur Verbreiterung der Arbeit für die Eine Welt beitragen.“

Dass das seit der ersten Preisverleihung 1996 gelingt, ist die Erfahrung vieler Initiativen und Einzelpersonen, die in den letzten Jahren für den Preis vorgeschlagen oder mit ihm ausgezeichnet wurden. Die Schülerfirma FairChoc bekam im Jahre 2006 den 1. Preis. Damit wurde anerkannt, dass und wie eine elfte Klasse am Gymnasium Altona eine Firma gegründet und faire Handelsbeziehungen zu einer Kakao-Kooperative in der Dominikanischen Republik aufgebaut hat.

„Der Eine-Welt-Preis hat für FairChoc eine doppelte Bedeutung. Wir fühlten uns durch den Preis in dem bestätigt, was wir taten, und waren natürlich stolz. Zugleich verstanden wir den Eine-Welt-Preis als einen Auftrag. Er stellte für uns eine Motivationsquelle dar.“ So beschreibt Ibrahim Özdemir im Rückblick die Bedeutung der Verleihung der „Goldenen Giraffe“. Er ist Gründungsmitglied, erster Vorstandsvorsitzender und späterer Berater der Schülerfirma. Der Geldpreis, der mit der Auszeichnung verbunden war, erlaubte einen weiteren Ausbau der Firma, die sich zudem freuen konnte über mehr öffentliche Beachtung und mehr Kunden. Zusammenfassend sagt Ibrahim Özdemir: „Der Eine-Welt-Preis der Nordelbischen Kirche macht beides: Er gibt den Preisträgern das wichtige Gefühl, für ihre Arbeit geehrt zu werden, und unterstützt sie gleichzeitig dabei, noch erfolgreicher mit ihrem Projekt zu werden.“ Die Preisträger erhalten 1.500 €, 1.000 € und 500 €.

Zur Vorstellung der vorgeschlagenen Gruppen und Einzelpersonen und die Bekanntgabe der Preisträger findet alle zwei Jahre ein Eine-Welt-Preis-Fest statt. Dazu sagt Mirjam Freytag: „Das Fest ist als großes ‚Dankeschön' gedacht und ein schöner Anlass, sich von der Vielfalt des Engagements beeindrucken zu lassen.“ Das Fest zum Eine-Welt-Preis 2008 findet am 18. Januar 2008 in der Christianskirche in Hamburg-Ottensen statt. Alle sind zum Mitfeiern eingeladen.

Dieser Beitrag erschien am 25. November 2007 in einer Beilage zum „Eine-Welt-Preis“ in der Wochenzeitung „Die Nordelbische“.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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