Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 10.02.2008 ---

Studie: Wasserprivatisierung in England gescheitert

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Die Privatisierung der Wasserversorgung in England und Wales im Jahre 1989 hat zu einer schlechteren Versorgung und höheren Preisen geführt. So lassen sich die Ergebnisse einer Studie der angesehenen Public Services International Research Unit (PSIRU) der Universität Greenwich zusammenfassen. Was für Wasserkunden in England und Wales seit Jahren nicht zu übersehen ist, hat die Studie mit systematisch erfassten und analysierten Fakten untermauert. So wurde zum Beispiel festgestellt, dass sich die durchschnittlichen Wasserpreise zwischen 1989 und 2006 um 245% erhöht haben. Zieht man die britische Inflationsrate ab, bleibt ein Anstieg von 39%. In vielen deutschen Städten und Landkreisen mit kommunaler Trinkwasserversorgung blieben hingegen die Preissteigerungen für Wasser deutlich hinter der durchschnittlichen Inflationsrate zurück. Geradezu berüchtigt sind die hohen Wasserverluste durch Leckagen der privaten Wasserversorger in England und Wales. Sie betragen in London 33%, bei den kommunalen Hamburger Wasserwerken hingegen weniger als 5%. Diese Verluste sind um so beunruhigender, als besonders Südengland bereits heute und längerfristig noch stärker von Wasserknappheit betroffen ist.

Zwar investieren die privaten Betreiber in ihre Versorgungssysteme, und dies allein schon, um EU-Vorgaben entsprechen zu können, aber diese Investitionen wurden in der Vergangenheit zu einem Drittel mit staatlichen Zuschüssen finanziert und der übrige Teil sehr überwiegend mit Krediten. Die hohen Zinsen belasten die Wasserkunden, weil sie über Preissteigerungen an sie weitergegeben werden. Hingegen investieren die Kapitaleigner nur wenig eigenes Geld in ihre Unternehmen. Kurz erwähnt werden sollen hier noch Probleme wie der Abbau von Arbeitsplätzen, Qualitätsmängel durch Outsourcing, sehr geringe Aufwendungen für Forschungsprogramme und fehlende Produktivitätszuwächse.

Eine Rückkehr der Wasserversorgung in England und Wales würde für die Wasserkunden zu niedrigeren Preisen und voraussichtlich auch besseren Leistungen führen. Die deutliche Mehrheit der Befragten befürwortet eine Beendigung des Privatisierungs-Experiments in der Wasserversorgung, und die Studie liefert ihnen neue Argumente. Die Studie "From a private past to a public future? The problems of water in England and Wales" kann als Word-Datei (873 KB) heruntergeladen werden.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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