Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 18.02.2008 ---

Umstrittene Staudamm-Projekte in Südchile

Logo des International Day of Action for Rivers

Der Pascua-Fluss ist lediglich 62 Kilometer lang und dennoch einer der wichtigsten Naturschätze Chiles. Er liegt im schwer zugänglichen Patagonien im Süden des Landes. An diesem Fluss möchte das chilenisch-spanische Elektrizitätsunternehmen „Endesa“ drei Staudämme bauen, um Strom für die wachsende Wirtschaft Chiles zu produzieren. Das lohnt sich wirtschaftlich, denn der Fluss führt die drittgrößte Wassermenge aller chilenischen Flüsse. Der nahe gelegene Baker-Fluss weist sogar eine Wassermenge von 576 Kubikmeter pro Sekunde auf und nimmt damit den Spitzenplatz unter den chilenischen Flüssen ein. An diesem Fluss sollen zwei weitere Staudämme für die Elektrizitätserzeugung gebaut werden.

Logo der Organisation International Rivers

Die Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisation International Rivers engagiert sich gemeinsam mit lokalen Naturschutzinitiativen gegen diese Bauvorhaben. „International Rivers“ stellt den Pascua in den Mittelpunkt ihrer Kampagnen zum “"International Day of Action for Rivers“" am 14. März 2008. Dieser Internationale Tag geht auf eine Initiative des „Ersten Internationalen Treffens der von Staudämmen betroffenen Völker“ im Jahre 1997 in Curitiba/Brasilien zurück. Der Tag soll das internationale Netzwerk der Bewegungen stärken, die sich für den Schutz und die Wiederherstellung der Flüsse und für die lokalen Gemeinschaften engagieren, die auf gesunde Flusseinzugsgebiete angewiesen sind. Außerdem bietet der Internationale Tag Gelegenheit, gegen zerstörerische Staudammprojekte zu protestieren und alternative Formen der Befriedigung des Wasser- und Elektrizitätsbedarfs der Menschen zu propagieren.

Pascua - Ein Fluss wird geboren

In Chile setzt sich die Kampagne „Patagonia Sin Represas“ (Patagonien ohne Dämme) für die Erhaltung des einmaligen Naturraums am Pascua-Fluss und am Baker-Fluss ein. Beide Flüsse werden von südpatagonischen Gletschern gespeist, und ihr Wasser gehört zum reinsten Flusswasser der Welt. Werden die Staudämme gebaut, zerstört dies nicht nur die Flussökologie selbst, sondern es werden auch die ökologisch sehr wertvollen Uferlandschaften für überflutet, darunter die ursprünglichen Waldgebiete am Pascua. Außerdem ist geplant, eine 2.200 Kilometer lange Hochspannungsleitung nach Zentralchile zu bauen. Die geplante Route soll durch wertvolle Naturschutzgebiete führen. Durch sie würde eine 120 Meter breite Schneise geschlagen werden.

Weitere Informationen auf der Website von International Rivers.

Copyright des Fotos: International Rivers

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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