Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 03.07.2008 ---

LWB-Rat fordert theologische und ethische Beschäftigung mit Klimawandel

Arusha (Tansania), 30. Juni 2008 (Lutherische Welt-Information) - Der Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) hat auf seiner Tagung im nordtansanischen Arusha die Mitgliedskirchen dazu aufgerufen, sich im Bereich Klimawandel verstärkt theologisch und ethisch mit den Folgen des menschlichen Eingreifens in die Natur auseinanderzusetzen. Menschen sollten eher als „Mitgeschöpfe“ mit moralischer Urteilskraft denn als „Mitschöpfer“, die Vorrechte einfordern koennen, betrachtet werden, so die Ratsmitglieder am 30. Juni auf ihrer Tagung, die auf Einladung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELKT) vom 25. bis 30. Juni in Tansania stattfand. Die Ratsmitglieder regten weiter dazu an, von indigenen Bräuchen und traditioneller Weisheit zu lernen, um als Teil der Schöpfung ein nachhaltiges Leben zu fuehren. Plakat mit Thema der Tagung Schmelzende Schneekappe auf dem Kilimandscharo

Die Ratsmitglieder riefen dazu auf, „den Mitgliedskirchen die dramatische Dringlichkeit und noch nie da gewesene Größenordnung der Herausforderung des Klimawandels und die Bedrohung, die er für die gesamte Menschheit und alle Geschöpfe der Erde darstellt, vor Augen (zu) führen.“

Die LWB-Mitgliedskirchen wurden vom Rat eindringlich dazu aufgefordert, „über das Klagen hinaus“ sofortige und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, insbesondere bei der Reduzierung der Emissionen, die durch ihre institutionellen Aktivitäten und Tätigkeiten (auch Reisen) produziert würden, und nachhaltigere Lebensstile und Verhaltensweisen ihrer Mitglieder zu fördern.

Der LWB-Generalsekretär und die Mitgliedskirchen wurden ersucht, gemeinsam mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) und anderen ökumenischen und zivilgesellschaftlichen Partnern in angemessenen Foren wie beispielsweise den demnächst stattfindenden Sitzungen der UN-Klimakonferenz gezielt Anwaltschaft zu leisten. Ziel dieser Initiativen sei, eine eindeutige politische Verpflichtungen zu erreichen, um die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren.

Der LWB-Rat sprach sich weiterhin im Blick auf Stromerzeugung für einen schnellen Uebergang von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen zu nicht-nuklearen erneuerbaren Energien sowie für die Einführung einer „Kohlenstoffsteuer“ aus.

Der Generalsekretär, die LWB-Mitgliedskirchen und die LWB-Länderprogramme wurden dazu aufgerufen, sich verstärkt mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Entwicklung und Armut in den schwächsten Gemeinschaften auseinanderzusetzen. Weiterhin sollen wirksame nationale und internationale Maßnahmen für eine Anpassung und Abschwächung des Klimawandels gefördert werden.

Im Blick auf eine möglicher Reduktion von CO2-Emissionen im Zusammenhang mit LWB-Aktivitaeten wurde der LWB-Generalsekretär gebeten, bis spätestens Anfang 2009 mithilfe angemessener LWB-Projekte ein Kompensationssystem für die durch LWB-Flugreisen verursachten CO2-Emissionen zu schaffen und alle Mitgliedskirchen einzuladen, dieses Kompensationssystem für ihre Flüge zu verwenden. Darueber hinaus soll der LWB-Generalsekretär weitere Maßnahmen ergreifen, um den „Kohlenstoff-Fußabdruck“ des LWB-Sekretariats zu reduzieren.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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