Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 03.07.2008 ---

Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in Südafrika

Logo der Zeitschrift afrika-süd

Die Zeitschrift „afrika süd“ der „Informationsstelle Südliches Afrika“ veröffentlicht in der Ausgabe 3/2008 eine Analyse von Stefanie Knoll zu den ausländerfeindlichen Übergriffen in Südafrika. Sie stellt in dem Beitrag „Das Ende des Regenbogens?“ ausführlich dar, wie die Ausschreitungen im Mai 2008 eskaliert sind. Zu den Ursachen der Gewalt schreibt die Autorin:

Die Zahl der Immigranten in Südafrika wird je nach Quelle auf 5 bis 6,5 Millionen geschätzt, die meisten von ihnen kommen aus Simbabwe und Mosambik. Die Feindseligkeit ihnen gegenüber ist vor allem unter jungen Leuten verbreitet. Viele Südafrikaner wollen die Früchte genießen, für die sie so lange kämpfen mussten, und die ihnen nun scheinbar von Ausländern vorenthalten werden.

Stefanie Knoll diagnostiziert, dass die Politiker die Realität in den Townships verkennen. Um so wichtiger ist, dass die Kirchen sich als Ort der Zuflucht behaupten. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Einwanderungsgesetze des Landes, und die südafrikanische Menschenrechtskommission wirft der Regierung vor, zu spät gehandelt zu haben. Am Ende des Beitrags heißt es:

Was bleibt, ist die Armut, und diese wird immer wieder zu Unruhen führen. Die Regierung hat jetzt in einer Kehrtwende erklärt, sie werde die Armut stärker bekämpfen. Doch manche Beobachter glauben nicht mehr an die Regenbogennation Südafrika.

Hoffnung weckt eine in dem Heft von „afrika süd“ veröffentlichte Erklärung der „Bewegung der Armenviertels Durbans“, in der die Übergriffe verurteilt werden:

Weder Armut noch Unterdrückung kann als Rechtfertigung dafür herhalten, dass ein Menschen zum Feind es anderen wird ... Wir werden mit Straßenhändler- und Flüchtlingsorganisationen, mit vertrauenswürdigen Polizisten und mit unseren befreundeten Organisationen und Bündnispartnern an einem Ende der Gewalt arbeiten ... In diesen schrecklichen Momenten brauchen wir eine aktive, gelebte Solidarität. Es ist Zeit, dass jede Familie und jede Community einen Flüchtling aufnimmt.

In weiteren Beiträgen des Heftes werden die Ursachen der Gewalt am Beispiel eines Armenviertels von Durban analysiert, die politische Situation in Südafrika und Simbabwe verglichen und die Kriminalitätsdebatte beleuchtet.

Weitere Informationen zur Zeitschrift finden Sie auf der Website von
ISSA (Informationsstelle Südliches Afrika).

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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