Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 23.09.2008 ---

Fakten zum deutschen Wasserverbrauch

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Jeder Bundesbürger verbraucht 125 Liter Trinkwasser am Tag, und dabei ist das Kleingewerbe schon einbezogen. 1990 waren es noch 147 Liter. Klammert man das Kleingewerbe aus, so liegt der tägliche Wasserverbrauch sogar bei lediglich 114 Litern.

Diese Zahlen sind in einer aktuellen Zusammenstellung des Umweltbundesamtes zum Thema „Wasserwirtschaft in Deutschland“ zu finden. 36% dieses Wassers dienen der Körperpflege (Waschen, Duschen), 27% der Toilettenspülung. Alle anderen Nutzungsarten fallen deutlich weniger ins Gewicht. Das Wäschewaschen hat einen Anteil von 12%, das Kleingewerbe von 9%, das Geschirrspülen von 6% und Raumreinigung, Autopflege und Garten zusammen 6%. Lediglich 4% des Wassers dienen der Essenszubereitung und dem Trinken. Die Zahlen machen deutlich, dass die Toilettenspülung der Bereich ist, wo ein besonders großes Einsparpotenzial besteht. Mit Einsparmaßnahmen lässt sich nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch viel Geld sparen. Der Durchschnittspreis für einen Kubikmeter Wasser betrug 2007 in Deutschland 1,85 Euro. Hinzu kommen Abwassergebühren von etwa 2 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser (plus Abgaben für Niederschlagswasser).

Zu berücksichtigen ist außerdem, dass ein erheblicher Teil des Wassers erwärmt wird, bevor es im Haushalt genutzt werden kann, z.B. für das Duschen. Es fallen also auch hohe Energiekosten an. Auch wenn umstritten bleibt, ob Wasser hierzulande aus ökologischen Gründen gespart werden muss, belegen die Zahlen des Umweltbundesamtes eindeutig, dass es sich finanziell lohnt, Wasser zu sparen.

Interessant sind auch die Zahlen zum Wasserbedarf in verschiedenen Wirtschaftszweigen. Wärmekraftwerke nutzen jährlich 22,5 Mrd. Kubikmeter Wasser, Bergbau und Industrie zusammen 7,7 Mrd. Kubikmeter. Demgegenüber beträgt der Anteil der öffentlichen Wasserversorgung lediglich 5,3 Mrd. und der der Landwirtschaft 0,1 Mrd. Kubikmeter. Zu diesen Zahlen sind einige Erläuterungen erforderlich. Der Wasserbedarf der Kraftwerke besteht fast ausschließlich in Kühlwasser. Die gewaltige Menge lässt erkennen, wie gravierend oder weniger gravierend die ökologischen Auswirkungen sind, je nachdem, wie stark erwärmt das Wasser zurück in die Flüsse gelangt. Bei der Wassernutzung in Bergbau und Industrie ist neben der Erwärmung eine entscheidende Frage, wie stark belastet das Wasser nach der Nutzung in die Natur zurückgegeben wird.

Die geringe Menge der Landwirtschaft erklärt sich daraus, dass nur das Wasser berücksichtigt wird, dass für die künstliche Bewässerung eingesetzt wird, in Deutschland eine minimale Menge. Demgegenüber bleibt das Wasser, das die Felder und Wiesen durch Niederschlägen befeuchtet, unberücksichtigt. Zu beachten ist, dass die hohe Niederschlagsmenge dann zum Problem wird, wenn das Wasser nach der Nutzung auf Feldern und Wiesen mit einer hohen Nitratbelastung in Bäche und Flüsse oder ins Grundwasser gelangt.

Bei all diesen Zahlen ist zu berücksichtigen, dass der „virtuelle“ Wasserverbrauch unberücksichtigt bleibt, also der Einsatz von Wasser für die Erzeugung und Produktion all der Produkte, die die Bundesbürger täglich verbrauchen. Dieser Verbrauch liegt je Einwohner bei 4.000 Liter pro Tag.

Mehr Informationen hierzu finden Sie auch auf den anderen Seiten dieser Website, speziell auch in meinem „Wasser-Buch“.

Die Fakten zur „Wasserwirtschaft in Deutschland“ können auf der Website des Umweltbundesamtes heruntergeladen werden (PDF-Datei, 117 KB).

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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