Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 07.10.2008 ---

Kommunikations-Kongress eröffnet

Ein Bericht von Rebekah Chevalier, Kanada

Mit den Rhythmen burundischer Trommler, die den Puls in die Höhe brachten, mit Liedern und Multimedia-Bildern und mit den preisenden und herausfordernden Worten von Erzbischof Desmond Tutu und anderen hoch angesehenen Persönlichkeiten eröffnete die Weltvereinigung für Christliche Kommunikation (World Association for Christian Communication - WACC) am 6. Oktober ihren Kongress 2008 in Kapstadt, Südafrika.

Die 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Ehrengäste, die sich in der Life Church versammelt hatten, wurden von der WACC-Präsidentin Musimbi Kanyoro begrüßt, die auf das Kongressthema „Kommunikation ist Frieden“ einging: „Aufrichtige Kommunikation - die Art der Kommunikation, in der sich Dein Nachbar als Dein Hüter betrachtet und Du Dich als der Hüter Deines Nachbarn - bringt eine gegenseitige Sorge füreinander zum Ausdruck, die Art der Sorge, die die Welt und die Menschen heute wirklich brauchen.“

In diesem Jahr, wo sich die internationale Gemeinschaft an die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor 60 Jahren erinnert, betonte Kanyoro, dass Kommunikation eine unverzichtbare Rolle bei der Sicherung des Rechts auf Information und des Rechts auf freie Meinungsäußerung in den Sprachen einnimmt, die von den Menschen jeweils gesprochen werden.

Die Bürgermeisterin Kapstadts, Helen Zille, hieß die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses willkommen und sagte am Anfang ihrer Ansprache, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen werde. „Es ist immer eine Versuchung, in der Vergangenheit zu leben, weil dies einem ein gutes Gefühl gibt“, sagte sie im Blick auf Südafrika. „Wir wissen, dass der Preis der Freiheit ständige Wachsamkeit ist.“ Bürgermeisterin Zille bemerkte, dass ein mutiges Handeln nicht auf die Vergangenheit beschränkt, sondern auch heute notwendig ist. Im Bezug auf Südafrika sagte sie, dass „unsere große Aufgabe darin besteht, von einer Befreiungspolitik zu einer verfassungsmäßigen Politik voranzuschreiten. Die Kirche ist unverzichtbar für die gegenseitige Kontrolle und ein System des politischen Gleichgewichts. Das gleiche gilt für die Medien.“

Ein Höhepunkt der Eröffnungssitzung war eine Zeremonie, in der die große Hochachtung für die "cloud of witnesses" (Schar von Zeugen) zum Ausdruck gebracht wurde - acht Menschen, deren Worte, Taten und künstlerische Leistungen wesentlich zur Überwindung der Apartheid beigetragen haben. Während der Zeremonie wurden mit stehenden Ovationen geehrt: Florence de Villiers, Helen Kotze, Zubeida Jaffer und Diana Ferrus. In Abwesenheit wurden außerdem geehrt: Smangaliso Mkhatshwa, Peter Magubane, Bernard Spong und Cedric Mayson. „Diejenigen, die vergessen, wo sie herkommen, werden auch nicht wissen, wo sie hingehen“, sagte Kanyoro bei der Würdigung der Beiträge dieser Journalisten, Autoren, Künstler und Fotografen.

Erzbischof Desmond Tutu schloss die Zeremonie ab, indem er seine Hochachtung zum Ausdruck brachte für die langjährige Unterstützung der Weltvereinigung für Christliche Kommunikation für südafrikanische Partner, in der Vergangenheit im Kampf gegen die Apartheid und heute angesichts der weiterhin bestehenden Notwendigkeit, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen. „Das Unrecht der Vergangenheit verfolgt uns noch immer“, sagte Tutu. „Solange unsere Gemeinschaft geteilt bleibt, wird es keinen Frieden geben.“

Die Eröffnungssitzung endete mit einer fröhlichen Note, als Tutu eine Schokoladen-Geburtstagstorte zu seinem 77. Geburtstag am nächsten Tag überreicht wurde. Die Torte überreichte Lieven Kop, mit 13 Jahren der jüngste Kongressteilnehmer.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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