Die Rolle von Wasser als Bestandteil gesunder Ernährung

 

 

 

Chronische Dehydrierung als unterschätztes Phänomen

 

Den Ratschlag, 2-3 Liter Flüssigkeit am Tag aufzunehmen, hat sicher jeder Mensch schon einmal gehört. Für unseren Körper macht es jedoch einen eklatanten Unterschied, welche Art von Flüssigkeit wir trinken. Wasser, und hiermit ist reines Wasser ohne Aromastoffe oder andere künstliche Zusätze gemeint, stellt das mit Abstand wichtigste Getränk dar, das wir zu uns nehmen können. Es enthält keinerlei Kalorien und liefert keine Energie – und gerade das macht es so unverzichtbar für uns.

 

Ohne Wasser können wir nicht überleben und ohne Wasser können unsere körperlichen Funktionen nicht aufrechterhalten werden. Wir selbst bestehen zu mehr als der Hälfte aus Wasser – und wir benötigen es, um Hormone und Nährstoffe zu transportieren, Gelenke geschmeidig zu halten, die Verdauung zu regulieren und vieles mehr. Und auch für Menschen, die abnehmen möchten, spielt das Trinken von Wasser eine große Rolle.

 

Dr. Batmanghelidj forschte sein Leben lang über die Zusammenhänge von Wasser und Gesundheit. Seine Erkenntnisse und Erfahrungen beschreibt er in seinem Buch „Wasser – die gesunde Lösung: Ein Umlernbuch“. Seiner Meinung nach würden viele unserer heutigen, grassierend um sich greifenden Zivilisationskrankheiten nicht auftreten, wenn die Menschen reines pures Wasser in ausreichender Menge trinken würden.

 

Dehydrierung: Nicht selten unbemerkt

 

Denn Dehydrierung kann in verschiedenen Ausprägungen auftreten, weshalb man sie nicht zwingend bemerkt. So können Menschen auch chronisch leicht dehydriert sein und an verschiedenen Symptomen wie Bluthochdruck, Schmerzen, Asthma, Magen-Darm-Erkrankungen, chronischer Müdigkeit, Übergewicht oder Kopfschmerzen leiden, einfach weil sie zu wenig und das Falsche trinken. Laut Dr. Batmanghelidj weisen viele Menschen eine schleichende chronische Dehydrierung auf, die auf Dauer Entzündungen, Schmerzen und Schwellungen hervorrufen kann.

 

Die Schwierigkeit dabei ist, dass eine Dehydrierung sich nicht zwingend in Durst bemerkbar macht. Der Ratschlag, nur dann zu trinken wenn man durstig ist, kann daher auch gerade für ältere Menschen fatal sein. S. M. Kleiner beschreibt in einem 1999 im American Dietetic Association Journal erschienenen Artikel (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9972188), dass eine zu geringe Wasserzufuhr zu einem erhöhten Risiko für Fettleibigkeit, für verschiedene Krebsarten, für Nierensteine sowie zu diversen gesundheitlichen Einschränkungen führen kann, körperlich wie psychisch.

 

Wie viel Wasser sollte ich trinken?

 

Als Grundregel kann man sich merken, dass man pro 30 Kilogramm Körpergewicht einen Liter Wasser am Tag trinken sollte. Ein Mann von 90 Kilogramm sollte also etwa 3 Liter reines Wasser trinken. Menschen, die körperlich schwer arbeiten oder viel Sport treiben und dadurch mehr schwitzen als die Durchschnittsbevölkerung, haben einen etwas höheren Bedarf, ebenso Menschen, die in heißeren Ländern leben.

 

Wie weiter oben bereits erwähnt, müssen gerade auch ältere Menschen auf eine ausreichende Wasserzufuhr achten, denn für einen chronisch dehydrierten älteren Menschen kann dieser Zustand, wenn er nicht erkannt wird, schnell lebensgefährlich werden. Manche Getränke sorgen sogar für zusätzliche Dehydrierung – hierzu zählen beispielsweise Kaffee, da dieser harntreibend ist, oder mit Zucker versetzte Getränke. Sollten Sie viel Kaffee trinken wäre es sinnvoll, zu jeder Tasse Kaffee ein halbes Glas Wasser zu trinken, um einer Dehydrierung vorzubeugen.

 

Studien zeigen, dass schon ein Wassermangel, der dazu führt, dass wir 1% unseres Körpergewichts an Wasser zu wenig haben, uns körperlich negativ beeinflusst. So verschlechtert sich die Leistung unseres Herz-Kreislauf-Systems und unsere Temperaturregulierung. Ein Wasserverlust von mehr als einem Prozent kann zu mentalen Einschränkungen wie beispielsweise schlechterem Erinnerungsvermögen führen. Menschen, die an Verstopfung leiden und häufig Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen oder Nierensteine haben, könnten die Ursache in zu wenigem Trinken von Wasser finden.

 

Der Einfluss von Wasser auf unser Gewicht

 

Dass nicht ausreichendes Trinken von Wasser auch Einfluss auf unser Gewicht hat, hängt damit zusammen, dass chronische Dehydrierung zu vorübergehender oder andauernder Insulinresistenz führen kann. Insulin ist ein körpereigenes Hormon, das immer dann auf den Plan gerufen wird, wenn wir eine kohlenhydratreiche Mahlzeit zu uns nehmen. Nachdem diese zu Glucose aufgespalten wurde, steigt unser Blutzucker stark an.

 

Ein normalerweise fein abgestimmter, gut regulierter Prozess sorgt anschließend dafür, dass Insulin in unser Blut gelangt und den Blutzucker in die Zellen transportiert, unseren Blutzucker also senkt. Wenn wir zu wenig Wasser trinken, ist die Zuckerkonzentration in unserem Blut höher – was bedeutet, dass mehr Insulin benötigt wird, um den Zucker aus dem Blut zu transportieren. Ist ein Mensch chronisch dehydriert, weil er vor allem Limonade, gesüßte Eistees, Säfte und Kaffee trinkt, „stumpfen“ unsere Zellen irgendwann ab, das bedeutet, sie reagieren auf das Insulin nicht mehr so sensibel wie sie es sollten:

 

Eine Insulinresistenz entsteht. Um nun den Blutzucker zu senken, muss noch mehr Insulin produziert und ins Blut geschleust werden – ein schwer zu durchbrechender Kreislauf beginnt. Nun ist Insulin auch noch ein sogenanntes Fettspeicherhormon, das daher gezielt in der Tiermast eingesetzt wird. Das bedeutet, dass es den Fettabbau in unserem Körper behindert. Dehydrierung und das gleichzeitige Trinken gesüßter Getränke kann so auf Dauer also auch zu erheblichem Übergewicht führen.

 

Sportliche Figur: keine süßen Säft, ausschließlich Wasser!

 

Ein erster Schritt um abzunehmen wäre, konsequent alle Getränke, die Sie zu sich nehmen, durch pures Wasser zu ersetzen – so sparen Sie Kalorien und sorgen für einen stabileren Blutzuckerspiegel. Wer sehr kohlenhydratreich isst, sollte zu seinen Mahlzeiten immer Wasser trinken – und gerade übergewichtige Menschen sollten dies tun. Wer zum Essen ein Glas Wasser trinkt, isst kleinere Portionen da er sich früher gesättigt fühlt.

 

Zudem verbessert es den Verdauungsprozess, da Wasser die für die Verdauung nötigen Enzyme besser mit der Nahrung in Kontakt bringt. Ein weiterer Mehrwert von Wassertrinken: Es kurbelt den Stoffwechsel an – so zeigten Studien, dass sich die Stoffwechselrate nach dem Trinken von 500 ml Wasser um 30% erhöht. Je kühler das Wasser, das Sie trinken, desto intensiver ist die Wirkung! Gesüßte Getränke, egal ob mit Zucker oder Süßstoff, regen die Speicheldrüsen an – unser Körper freut sich auf eine kalorienreiche, deftige Mahlzeit.

 

Fazit zum Ratgeber von Wasser als elementaren Bestandteil gesunder Ernährung

 

Doch diese kommt nicht, er erhält nur süße Flüssigkeit. Daraufhin bekommen Sie Hunger – den Sie ohne das gesüßte Getränk gar nicht gehabt hätten, und nehmen weiter zu. Eine einfache Maßnahme wie das Trinken von Wasser anstatt gesüßten Getränken kann also bereits eine ganze Menge bewirken. Hinzu kommt: Manche Menschen verwechseln Durst- mit Hungergefühlen. Wer also häufig vermeintlich Hunger hat sollte einmal testen, ob nicht eigentlich Durst dahintersteckt. Sie haben starkes Übergewicht?

 

Am effektivsten zur Gewichtsabnahme ist eine Kombination aus dem richtigen Trinkverhalten und zuckerfreier, kohlenhydratarmer Ernährung, wie sie beispielsweise bei Low Carb High Fat praktiziert wird. Wie das Prinzip „Abnehmen mit gesunden Fetten“ funktioniert, können Sie hier nachlesen: https://www.lchf-gesund.de/de/gesundheit/abnehmen-mit-lchf/. Und wer Wasser trinkt, tut auch seinen Nieren etwas Gutes: Diese arbeiten dann besser, denn ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist essentiell für eine gesunde Nierenfunktion.

 

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