Wasserbedarf der Gartenpflanzen – Welche Pflanzen brauchen wie viel?

 

 

So schön ein heißer Sommer sein mag – andauernde Trockenheit, extreme Temperaturen und dazu ein wehendes Lüftchen verlangen den geliebten Pflanzen Einiges ab. Insofern wird man sich spätestens zu diesem Zeitpunkt die bedeutende Frage stellen: Welche Gartenpflanzen brauchen wie viel Wasser?

 

Bereits vor dem Kauf den Wasserverbrauch der einzelnen Pflanzen kennen

 

Nur Pflanzen, die sich wohlfühlen, blühen und ermöglichen eine reiche Ernte. Doch wie schafft man es, dass die Pflanze zu ihrem „Wohlfühl-Gefühl“ kommt?

 

Schließlich können Blumen, Stauden und Co. nicht sprechen! Das stimmt allerdings nur zum Teil. Die Kommunikation von Dill, Rose und Sonnenblume ist ausreichend. Man sollte studieren, welcher Standort empfehlenswert ist, ob Sonne oder Schatten gewünscht wird und sich natürlich mit dem Flüssigkeitsbedarf der Gartenpflanzen beschäftigen (einen Ratgeber gibt es auf dieser Seite).

 

Je besser dieser primäre Punkt berücksichtigt wird, desto mehr Freude wird der ambitionierte Hobby-Gärtner auf dem Balkon oder im Garten haben. Generell kann in drei große Gruppen unterschieden werden: Die Pflanzen mit wenig, mittleren und einem erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Aber auch hier gibt es in sich natürlich noch die kleinen Feinheiten.

 

Daher sollte man auf die Zeichen der grünen und bunten Freunde achten. Denn: Vertrocknete, hängende Blätter sind ebenso ein akutes Alarmsignal wie faulende Pflanzen! Letztlich sollten die Pflanzen zum Menschen oder noch besser: Zu dessen Gewohnheiten (Lebensrhythmus) passen.

 

Wer viel Zeit und Spaß am Gießen hat, ist also mit Minze, Möhre und Rucola gut bedient. Gießmuffel müssen nicht zwangsläufig auf Kakteen zurückgreifen aber Erdbeeren gelten als geduldig, bescheiden und verzeihend.

 

Niedriger Wasserverbrauch bei den Gartenpflanzen

 

Diese Pflanzen machen es dem Gärtner leicht. Sie brauchen wenig Flüssigkeit. Mit wenig ist allerdings nicht „kein Wasser“ gemeint. Wer gänzlich auf das Gießen verzichtet, wird sich leider nicht über die üppige Blütenpracht und eine schmackhafte Ernte freuen können.

 

Die Ringelblume ist anspruchslos, wächst schnell und übersteht sogar harte Winter. Hinzu kommt, dass diese beliebte Ein- oder Zweijahrespflanze mit ihren aromatischen Blättern mit wenig Wasser auskommt.

 

Ebenso zählen Kugeldistel und Echter Lavendel zu den bescheidenen Pflanzen.

 

Der Thymian ist für seinen betörenden Duft bekannt und gilt als schmackhaftes Küchenkraut. Hinzu kommt, dass selbst an den wirklich heißen Sommertagen ein kleiner Schluck Wasser ausreicht. Oliven benötigen wenig Wasser und kargen Boden. Sollten Sie kurz vor dem „Vertrocknen“ sein, ist bei Topfpflanzen ein längeres Eintauchen in einen Wassereimer oder eine Schüssel sinnvoll. So kann sich das Wurzelwerk vollsaugen und die Blühfreudigkeit wird wieder angeregt.

 

Sollte man bemerken, dass eine Pflanze kurz vorm „Ertrinken“ ist, wird ein schnelles Handeln laut dem Pflanzen-Rettungs-Programm erforderlich: Überschüssiges Wasser abgießen, eventuell umtopfen und selbstverständlich in den nächsten Tagen vorerst nicht mehr gießen.

 

Gartenpflanzen mit mäßigem Wasserverbrauch

 

Die Sonnenblume sieht toll aus, wächst rasch und gilt als anspruchslos. Beim Gießen muss der Gärtner ein richtiges Maß von zu viel und zu wenig Wasser finden. Aber unbedingt ist Staunässe zu vermeiden – diesbezüglich reagieren die einjährigen Augenweiden richtig sensibel.

 

Gänseblümchen und Kamille reihen sich hier ein. Sie sind mit einem mäßigen Wasserhaushalt zufrieden und verzeihen kleinere Gieß-Sünden von zu viel oder zu wenig.

 

Gleiches gilt für Zimmerpflanzen wie den Ficus.

 

Natürlich kommt es auf die Raumtemperatur an. Eine angenehme Luftfeuchte ist hier wichtiger als ein durchnässter Boden. Orchideen sollten zum Beispiel nur zart und regelmäßig besprüht werden, allerdings nie gegossen werden. Diese Pflanzen stellen mit ihren so genannten Luftwurzeln eine Besonderheit dar und sind trotz der scheinbaren Mäßigkeit beim Gießen die wahren Diven in der Pflanzenwelt.

 

Zu wenig Wasser kann gut mit regelmäßigem Umgraben oder dem Hacken des Bodens kompensiert werden. Auch ein schöner Rasen benötigt eine ausreichende Belüftung, eine gewisse Feuchtigkeit und bei Bedarf etwas Dünger.

 

Bei den Gartenpflanzen mit einem mäßigen Bedarf an Wasser kommt es auf ein sicheres Händchen an. Im Zweifelsfall kann zu einem Trick gegriffen werden: Vorsichtig angießen und bei Bedarf nochmals gießen. Die Bewässerung im Garten sollte stets gut geplant werden.

 

Gartenpflanzen mit einem hohen Wasserverbrauch

 

Egal wie wasserliebend die einzelnen Pflanzen sind – bitte niemals in der prallen Mittagssonne gießen. Noch schlimmer wäre es, die Pflanzen abzubrausen – dies hätte einen bösen Sonnenbrand der Blätter zur Folge!

 

Am besten eignen sich zum Gießen die frühen Morgenstunden. So kann die Flüssigkeit über den Tag hinweg aufgenommen werden und der Wasserhaushalt pendelt sich gut ein. Ältere Pflanzen, beziehungsweise Bäume oder Tiefwurzler wie Weinreben freuen sich über reichlich Wasser.

 

Allerdings sollten die Gewohnheiten berücksichtigt werden. Es ist besser sporadisch, statt täglich zu gießen. Dafür aber eine größere Menge. Also lieber einmal in der Woche 30 Liter als jeden Tag fünf Liter. Das Wasser muss erst in der Tiefe ankommen (durchsickern) bis es durch das tiefe Wurzelwerk heraufgezogen werden kann.

 

Zu den beliebten Gartenpflanzen mit einem hohen Wasserbedarf zählen: Feuerbohnen, Gurken, Minze, Karotten und Paprika. Dennoch sollte Staunässe verhindert werden. Andernfalls setzt Fäulnis ein oder das Gemüse platzt auf, wie es am Beispiel der Karotte der Fall wäre.

 

Die clevere Lösung

 

Wer einen üppigen Garten anstrebt, die bunte Vielfalt mag und auf nichts verzichten möchte, sollte entsprechend gut auf den Wasserbedarf seiner Pflanzen vorbereitet sein.

 

Es lohnt sich ein Blick in die Fachlektüre oder man lässt sich persönlich von einem Fachmann beraten. Mitunter geben Gärtnereien zu diesem Thema sogar Fachvorträge und die gewünschten Pflanzen können gleich erworben werden. Ansonsten sollte der Standort gut überlegt sein.

 

Der Mix aus Sonne, Halbschatten und Schatten ist für Pflanzen sehr wichtig – achten Sie auf die speziellen Bedürfnisse. Ein Bewässerungssystem kann kleine Fehlzeiten vom Gärtner überbrücken. Ansonsten könnte die Familie oder der nette Nachbar die Urlaubsvertretung für die besonders „durstigen Pflanzen übernehmen.

 

Gut strukturierte und sauber angelegte Beete erhöhen die Orientierung und es wird deutlicher, welche Pflänzchen noch eine Kanne Wasser benötigen.